Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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56 Verwandten und insbesondere die ehrwürdigen beiden Väter werden diese Stunde freudig segnen. Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; dieser Ausspruch, geehrte Glaubensschwester, gilt nicht blos dem Manne, sondern auch dem Weibe; ja noch mehr als des Mannes Herz, sehnt sich des Weibes Seele nach liebender Begegnung, an eines geliebten Mannes Hand froh und sicher durch das Leben zu schreiten. Und dieses Glück wird Ihnen mit der Hülfe Gottes zu Theil werden; ein wackerer Mann hat Ihre Hand begehrt; in Leiden hat er Sie lieben gelernt, und in Freuden wird er Sie zu beglücken suchen; am Krankenlager einer unvergeßlichen Mutter, da Sie wetteifernd mit einer guten Schwester die Kindespslicht mit seltener Aufopserung geübt, da hat er Sie beobachtet, und er dachte, wie wird diese eilte liebende Gattin, eine zärtliche Mutter sein, die so im wahren Sinne Tochter zu sein versteht. Hub gemiß, diese gute Meinung werden Sie stets mit allen Kräften zu bestätigen suchen. Große Pflichten übernehmen Sie mit dieser heiligen Stunde; nicht nur ihrem Gatten eine treue Gattin, sondern auch seinem greisen Vater eine zärtliche Tochter, seinem unmündigen Kinde eine liebende Mutter zu sein, ist Ihre Aufgabe: Sie nehmen die Stelle ein, welche eine Andere verlassen, auch in ihre Pflichten haben Sie einzutreten, daß nur die Person, aber nicht der Geist der Seligen aus dem Hause geschieden sei. Unsere Weisen erzählen uns die Sage, so lange Sara lebte, habe eine lichte Wolke über Abrahams Hause geschwebt, da sie starb, schied die Wolke mit ihr; da Rebekka ins Haus kam, kehrte auch die lichte Wolke mit ihr zurück Der Sinn dieser schönen Sage ist, wo ein gutes, frommes Weib im Hause waltet, da waltet über dem Hause der Geist Gottes mit segnender Ob- Hut, und so möge auch mit Ihnen, m. g. Schw-, ein guter Geist zum Hause Ihres Gatten wieder zurückkehren. Nicht vergessen sollen Sie ihn lehren die frühere Liebe, sondern die zukünftige, welche Sie ihm bieten, soll sich einigend der vergangenen anschließen. Dies ist die Aufgabe einer zweiten