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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 52

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 52 (sequence 63)
Language
German
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52 Opfer zu bestehen aufhört, Liebende bringen nie ein Opfer für einander, was sie für einander thun, darbringen oder gar leiden, das ist ihnen Bedürfniß, Nothwendigkeit, etwas Selbstverständliches, nicht nur Pflicht, am allerwenigsten aber ein Opfer. ra=r ״ ראDie Liebe soll nie erlöschen", das heißt Treue. Was ist Liebe ohne Treue? — Ein Compaß, dem die Magnetnadel fehlt, die Schiffer können sich damit bei günstigstem Winde nicht orientiren. Was ist Liebe ohne Treue? Ein Blitzstrahl, der da kommt und wieder schwindet, ein Wetterleuchten, das in Wahrheit kein Licht gewesen, kein Licht gegeben. Was ist Liebe ohne Treue? Ein glänzend Metall, das aber unedel ist, es hat wohl Schimmer, aber so wie sich der Rost darauf lagert, hört der Schimmer׳ auf und wird verdunkelt. Die Liebesgluth auf dem Altäre des Herzens soll nicht verlöschen, die treue Liebe nimmt von Tag zu Tag an Umfang zu, verjüngt selbst im Alter das Herz, hilft hinweg über schlüpfrige Bahnen, entfernt die Dornen von den Rosen, die hemmenden Steine von der ebenen Fläche unserer Wege, sie bringt es zu Stande, daß das Altarsfeuer nur erwärme, nur erhalte, nie zerstöre oder versehre. Wieder taucht uns das Bild Esters aus, wie sie einst in ihrer Jugend, in ihrer Jungfräulichkeit als Hadassa, d. i. als grünende Myrthe, ihren Nächsten geliebt, mit derselben Streue steht sie Ihnen auch zur Seite als Ester, d. i. als aufgegangener lichtvoller Stern, auf dem Zenith ihrer Größe und Herrlichkeit. Wo Glaube, Liebe und Treue die Trikolore des Ehebanners bilden, da steht das Haus auf fester unerschütterlicher Grundlage, da weichen zurück alle trüben Schalten im Antlitze, da tritt der düstere Ernst in den Hintergrund, es strahlt das Auge im Lichtglanze, es erglüht die Wange in Freude, es erblüht die Hoffnung auf Glück, es pocht das Herz voll Wonne, denn da ist Gottes Segen auf allen Wegen. Ihnen, werthe Braut, ist es beschieden, einem biederen, gesinnungstüchtigen, gottesfürchtigen Gatten zu folge:׳, der

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