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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 45 (sequence 56)
Language
German
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45 Und doch ist diese dem Ehebunde entgegengebrachte Liebe noch nicht Alles, sie könnte sich ohne ihre Heiligung gar leicht mit Schwingen umgeben, die ihre Stetigkeit in Frage stellten. Der Herzenstempel liebender Ehegatten muß auch ausgeschmückt sein mit einer Bundes lade, in der Gottes Gesetz aufbewahrt ist — öde und leer ist das rnenschliche Gemüth, den! diese Lade fehlt. Von wein wollen Sie denn erwarten, daß Ihnen Hilfe komme, wenn Sie ihrer bedürfen, von wem wollen Sie Beistand erhoffen im Leben, wenn nicht von dem, der allein unser Fels und unsere Zuflucht ist zur Zeit der Noth. Freilich Braut und Bräutigam malen sich stets die Zukunft mit den schönsten, lichtesten, heitersten Farben aus, wähnen, daß sie stets nur auf Rosenbeeten einherschreiten werden, zumal dort, wo im lieben Elternhause sorgsame, treue Vater- und Mutter- Hände so viele holde Gaben liebend ausgestreut, so viele Freuden und Herrlichkeiten den Kindern bereitet, denken, daß die milden Strahlen, die die Lenzessonne in ihr junges Herz geworfen, immer ihre Kraft und Wärme behalten werden; wer von uns Allen, die wir hier zugegen sind, möchten es denn änders wünschen? Allein die Erfahrung hat es gelehrt, daß, wie an! Ocean Ebbe und Fluth mit einander abwechseln, so auch am Lebensmeere, wo sich das Schifflein der Menschen bewegt — bald thürmen sich die Wogen unserer Hoffnungen hochauf und stehen wie eine feste Mauer, und bald fallen sie in ihren tiefen Abgrund in jähem Sturze; bald ist es stille, freundlich und ruhig auf der Spiegelfläche des Lebensstromes und bald toben die sturmgepeitschten Wellen gefahrvoll um uns her, wo ist dann unsere Zuflucht, unser Rettungsanker, unser Schutz, unser Trost? O, auch Sie, mein werther Bräutigam, haben ׳schon früh erfahren müssen, daß es auch Dornen giebt auf dem Wege zu den Rosen, wo ist aber das Leitseil von den Steppen der Trübsal zu den Auen der Freude? Ich antwortete darauf: In der Bundeslade des Ewigen, die Sie in das Heiligthum der Liebe stellen müssen; wohnt Gott in unfern! Innern, Gottesliebe in den Augenblicken der Freude und Gottvertrauen in den Stunden der

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