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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 31 (sequence 42)
Language
German
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3J ״So Jemand ein jugendlich Weid sich nimmt, so soll er nicht im Heere dienen und kein öffentlich Amt ihm aufgelegt werden, frei soll er sein für sein Haus ein ganzes Jahr und erfreuen soll er fein Weid, das er sich ins Haus gebracht hat"; nicht Flitterwochen, nein ein ganzes Flitterjahr kannte das alte jüdische Gesetz und schützte das Haus vor jedem Anspruch des Staates, während bei uns so oft das Gesetz des Landes mit 1a11t)cr Hand die zarten Fäden des jungen häuslichen Glückes zerrissen hat. Ilnd dieses jüdische Gesetz, das mit solch liebender Hut die Ehe schützt, das dem Gatten ein ganzes Jahr hindurch keine andere Pflicht zuweist, als sein Weib zu erfreuen, das die Forderungen des Gemüthes auch iin Staatsleben gelten läßt, jede seiner Anordnungen ist ebenso weise als zart, ebenso verständig als edel; wollen Sie den Frieden, die Liebe wahren, wollen Sie ihr neugegründetes Haus schützen, wollen Sie ein Gitter um Ihr Dach ziehen, so umhegen Sie es mit der Religion, mit dem heiligen jüdischen Brauche. Warum ist das Dasein der Gegenwart so einförmig geworden trotz der mannigfachen Vergnügungen, trotz des erhöhten Lebensgenusses, während unsere Vorfahren im engen Kreise so vergnügt waren, weil die Feier des Sabbaths und der Feste anmuthige Mannigfaltigkeit in ihr Leben brachte, während die Gegenwart durch Nichtachtung des religiösen Brauches öde und einförmig wird. Wie eine Landschaft an Reiz gewinnt, wenn Wald und Flur, Berg und Thal, . Land und See abwechselnd, an unserem Auge vorüberziehen, so wird auch das Menschenleben erfreulicher, wenn die Tage der Arbeit von festlich geweihten Tagen der Ruhe, der Erbauung, des Vergnügens unterbrochen werden; reizlos ist auch das Augenehme, wenn es stets in gleicher * Weise sich wiederholt, darum fehlt so Vielen, die von der Religion sich abgewendet haben, die eigentliche Lust am Dasein, an jedem Tage Haschen sie nach Vergnügen, und werden dennoch keines Tages recht froh; darum richten Sie das Gitter auf um das Dach des neuen Hauses, das Sie

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