Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Jahrzehnte lang hatte er es geleitet und gehütet, nun zog es hinaus auf neue Bahnen, (%’icf und Heil zu gewinnen; wohl mochten die Israeliten sich zu dem frommen Manne bittend wenden, daß er sie segne lind sicherlich hat er sich mit heißem Flehen zu Gott gewendet, daß Gottes Gnade sie geleite auf bei! neuen Wegen: aber da er es redlich und treu mit seinem Bolle meinte, da er nicht durch glänzende Bilder sie blenden wollte, ft» ries er ihnen zu: all mein Segen frommt Euch nicht, so Ihr Euch nicht selbst segnet, in des Menschen Hand ist des Mellschen Schicksal. Denkt Euch eine Landschaft, der Gott zur rechten Feit den Strahl der Sonne und des Regens Fluth gesandt hat, aber die Menschen, die auf diesem Boden wohnen, sind trag undmiißig, sie haben den Acker nicht gepflügt und sie haben die Saat nicht ausgestreut, da wird das Land doch nur llnkraut zeugen und vergebens war die Huld des Himmels, vergebens haben die Wolken diesen Boden getränkt, vergebens haben die Strahlen ihn erwärmt, da der Fleiß des Menschen fehlte um ihn zu bebauen. Und dieses Moseswort: In Euerer Hand ist es zumeist, sich das Schicksal zu gestalten, wie erbaulich und wie erfreulich ist es zumal für ein junges Paar, das den Bund der Ehe schließt, das vor Gott den heiligen Entschluß ausspricht: wir wollen uils angehören für alle Ewigkeit. Wie einst den Israeliten das Land Kanaan das Ziel ihrer Sehnsucht war, so erwarten auch Tie, g. B., von diesem Bunde eine Fülle des Glückes und hoher herrlicher Freudeit. Wie licht.und freudig auch das Dasein im Elternhanse fein möge, es ist nicht zu vergleichen mit der Seligkeit, welche die jungen Gatten empfinden, wenn sie im eigenen Heim, Einer durch den Besitz des Andern beglückt, auseinander schauen. Ta wird ihnen jeder Tag zu einem Feste, da mundet ihnen das einfachste Mahl trefflicher als wäre die herrlichste Kost ihnen bereitet, da bedürfen sie nicht, da weisen sie sogar von sich all die Lust barfeit, an der sonst sich die Menschen ergötzen. Alle guten Engel sind niedergestiegen und erhellen wie mit Himmelslicht dasj Haus und die Herzen, in denen die^Liebe waltet.