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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 20 (sequence 31)
Language
German
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20 Schirmherrn Ihres Hauses, Ihres Heiligthums erbitten Ihre Freunde zuerst für Sie, das; Ihre Liebe bauern, das; sie gleich der ewigen Lampe ihren sanften milden Schimmer über ׳ Ihr Heim ansbreite zu jeder Feit. Der Bund, den Sie heute schließen, ist ein Bnnd fürs Leben, ja nach der frömmelt jiidifchen Vorstellung über den Tod hinaus. Sie sehen es beide an dem Vorbild der Eltern, wie wackere bnndestreue Menschen die Jugend des Herzens sich hinüberretten in die spätern Tage, wie sie den Frühling hineinpflanzeu in den Sommer, in den Herbst des Lebens. Dies Gebet, das; die Liebe, daß die Sonne ihres Daseiits ständig leuchte, ist aber ,;ngleich eine Mahnung für Sie; überflüssig diinkt ihnen dieser Mahnrufin der überschwänglichen Seligkeit dieser Stunde, aber der Priester durste nicht lästig sein, die ewige Lampe im Tempel zu pflegen, sonst wäre sie erloschen und so müssen auch wir Acht haben und die Liebe pflegen, welche das Licht unseres Herzens ist. Und wir pflegen sie durch Wohlwollen. Der Dichter sagt: Lieb und Leidenschaft können verfliegen, Wohlwollen aber wird ewig siegen, - die Liebe ist das hohe Fest der Seelen, aber für das tägliche Leben bedürfen wir nicht jener Gluth, die Alles löst und Alles bindet, sondern der gedämpfteren Stimmung, die wir Wohlwollen nennen. Es ist eine Thvrheit, die sich das Leben erschwert, wenn Jeder aus die Schwächen des Andern aufmerksam achtet und aus ihnen ein Recht herleitet, sich als den Bessern und Weisern hinzustellen. Wie Vieles würde überhaupt aus Erden freundlicher sich gestalten, wenn die Menschen ihr Thtln und Lassen mit etwas mehr Wohlwollen betrachteten, wenn sie nicht wie mit der Lupe die Fehler aussplirten. Vollends werden verständige Gatten sich wohlwollend begegnen und sich nicht nur um ihrer Vorzüge und Tugenden willen liebelt, sondern auch Rücksicht und Schonung ausüben. Aber Liebe und Wohlwollen sprießen nur in einem Herzen, das mit der Welt und dem eigenen Schicksal zufrieden ist! Darum sollten die Freunde jedes jungen Paares gleich

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