Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/9616701-9618061-9618062--2043-9618072- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2 Laß uns von diesem Lebensbilde, Haß zu umfassend ist. um in eitler kurzen Betrachtung ganz gewürdigt zu werden, einen Zug, den der diesmalige Schriftabfchmtt uns berichtet, näher betrachteil. Aus einer Stelle erfahren wir. daß Sarah ihren Gatten ״ihren Herrn" 'nennt und an einer andern Stelle lesen wir: Gott sprach zu Abraham ״Alles was Sarah zu Dir redet, horch aus ihre Stimme". Wie ist das nur zu verstehen? Da nennt Sarah den Abraham ihren Herrn, sie betrachtet sich sonach, wie es scheint, als die D i eil ende, die allezeit Gehorchende. Das ist ja tvohl nicht die rechte Auffassung von der Ehe, von der Stellung der Gattin: und wiederum heißt Gott den Abraham Alles thun was seine Frau verlangt, als sei sie die Herrin, und die Welt hat doch mit vollem Recht nur Spott für den, der willenlos seinem Weibe unterthan ist. Aber auch dieser Widerspruch ist nur scheinbar, ist nur ein Weiser aus den rechten Weg, ein Räthsel, dessen Lösung uns nicht nur die Schrift, sondern auch das Leben verstehen lehrt. Denn es ist die Drdnung des Lebens, daß der Mann am Steiler steht in der Leitung der Familie, daß die Frau sich fügt dem Manne ihrer Wahl. Wer ein Hans gründet, der soll sich vorher prüfen, ob er gereist ist an Lebenserfahrung, ob er ausgerüstet ist mit der Fähigkeit, unter dem Beistände Gottes für sich und Weib zu sorgen: uild auch die Jungfrau soll eS prüfend erwägen, bevor sie den fürs Leben ent scheidenden Schritt thut, ob sie völlig uild unbedingt dein Manne vertraut, dem sie ihre Hand reicht zum etvigen Bunde. Dann aber ist eS des Mannes Aufgabe, seine Ehre und seine Pflicht, das Haus zu leiten, es ist stets eine Berkehrung der natürlichen Gesetze, und darum mit gutem Grunde eine Zielscheibe des Witzes, wenn die Frau den ersten Platz einnimmt in der Waltung des Hauses, und Sarah, die verständige edle Frau, die die Grenzen ihres Geschlechts nicht durchbricht, soitdern ehrt, nennt darum Abraham ihren Herrn. Aber diese Fügung des Weibes in den Willen des Gatteil, muß eilte freie unb willige sein, sie hat mir Werth