Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 132)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9616701-9617889-9617890--1975-9618018- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
8 uns (]cfrimini, gleich zu sein, wo nur selbst und freiwillig uns niedriger stelleil. Darum wendet sich unser Gebot auch mahnend an den Armen. Glaube nicht, daß Tu niedriger stehest, weil Du arm bist הדל לא ימעיג׳ז, Du stehst nur niedriger, wenn Tu in Deiner Armuth einen Freibrief siehst, Dich ganz und gar dem Sinn und der Theilnahme an dem Ganzen zu entziehen, Nicht nach dem Wieviel bestimmt sich der Werth des Menschen, sondern nach dem Wieviel der Leistungen im Verhältnis; zu dem Wieviel der fräste. Wenn Du die winzige Gabe der Kraft und der Wirkungssähigkeit, die Dir Dein Gott verleihen, edel verwendest, so bist Du ebenbürtig den Besten, so überragst Du die Stolzesten, die nur an sich denken. Fa, meine Andächtigen! fassen wir für unsere eigene Person die Gleichheit aus mehr als eine Pflicht, denn als eilt Recht, so fassen wir sie richtig. Dann finden wir sie nirgends in der Welt verletzt, außer durch uns selbst, dann kann sie uns Niemand geben und Niemand nehmen, außer mtfcr eigenes Berhalten, dann ist sie kein von außen kommendes, sondern ein Zubehör unseres eigenen Bewußtsein. Zeigen wir uns erfüllt von dem Bewußtsein unserer Zugehörigkeit zu einem großen Ganzen, achten wir in jedem Einzelnen ein nicht zu unterschätzendes Glied dieses Ganzen, sehen wir in uns selbst einen diesem Ganzen verhafteten und verpflichteten Theil, so erfüllen wir auch heute noch seinem Geiste nach das alte Schekelgesetz. Amen.