Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 126)
- Language
- German
- Belongs to
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zeichnenden Brauch vor der Vergeßlichkeit geschützt werden. Sollen wir etwa auch hier wie von Dingen des gewöhnlichen Lebens sagen, cs hänge Alles vom Zufall und vom Gluck ab? Sollen wir etwa auch hier sagen, wie man wohl sprüchwörtlich von Büchern sagt: ״Bücher hätten ihr Schicksal" Gebote Hütten ihr Schicksal? M. A.! Schon in Betreff der Bücher, von denen Manche durch Jahrtausende dauern, )ludere aber nach einem kurzen augenblicklichen Erfolge dahingehen ״ כמוץ אשר תדפנו רוחwie die Spreu, die der Wind verweht", sagt ein bedeutender Mann: Es heiße zwar, über gewisse Bücher wache ein guter Geist und schütze sie vor Untergang, aber cs sei das nicht ein fremder Geist, .der sie bewache und beschütze, sondern es sei der Geist, der in diesen Büchern selbst lebt. Nieine Andächtigen! Denken wir doch nur, um das zu verstehen, an das Buch schlechtweg, an das Buch der Biicher, an die Schrift, die uns noch heute labt und erhebt. Wer hat bewirkt, daß Feuer und Wasser ihr nichts anhabcn konnten, daß sie die zcrstörungswüthigsten Zeiten und die zerstörungsluftigsten Menschen überdauert? Es war der Geist, der aus ihr spricht, und die Gewissen lveckte, daß * sie sie hüteten wie den Apfel ihres Auges, daß sie ihre Worte und Buchstaben zählten als seien cs Perlen, von denen keine dürfe verloren gehen. Also flach ist das Gerede von Zufall und von Schicksal. Was der Zeiten spottet, das ist überzeitlich, was der Vergänglichkeit spottet, das ist unvergä n glich, was den Angriffen widersteht, das ist unang r e i s l i ch.; M. A.! Warum sich das Gebot von der Schekelsteuer, ' nachdem cs als Gebot unausführbar geworden, festgesetzt : hat als Erinnerung, warum es, nachdem es ausgehört hat, eine Verordnung zu sein, eine Lehre geworden ist? Aus ׳ keinem anderen Grunde, als weil es einen Sic nt enthält, an i den! sich laben können auch die spätesten Geschlechter, weil es P in einem G e i st e geschrieben ist, der da ist der Geist der Wahrheit und Billigkeit, der Geist der Gerechtigkeit und der M Menschenliebe. Hören wir, was es verordnet: M