Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 96)
- Language
- German
- Belongs to
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und, wenn König David sagt: ״wodurch kann der Knabe recht machen seinen Weg?" (Pslm. 119. 9.), so ist nicht der Knabe allein, sondern es ist die ganze Jugend gemeint, welcher der Rath gegeben wird, ״zu befolgen Gottes Wort", und in den herrlichen Lobgesängen heißt es: ״Jünglinge und Jungfrauen, Greise und Knaben, sie sollen loben den Namen des Herrn, Hallelujah!" (Ps. 148. 12). ״Womit soll die Jugend recht machen ihren Weg? Indem sie befolgt dein Wort". Von dem ersten Lebenstage des Kindes begleitet die Sorge der Eltern seine Zukunft, denn wir sind einmal so geschaffen, daß gerade das, was unserem Willen sich entzieht, unsere Sorge am meisten er^ schwert. Bon dem ersten Daseinstage des Kindes sorgen die Eltern, was sie zu thun haben, damit es körperlich uud geistig gedeihe, von dem ersten Daseinstage des Kindes ist ihr Streben darnach gerichtet, das von Gott anvertrautc Pfand würdig zu verwalten, von den! ersten Daseinstage des Kindes ist der Eltern einziges Ziel, der von Gott gestellten Ausgabe voll und ganz gerecht zu werden und, wenn das Kind selbst zu eigenem Denken gelangt ist, so ist auch seine Sorge, wie es dieser Sorgfalt der Eltern gerecht werden, wie es des göttlichen Segens theilhaftig werden, wie es seine Zukunft zu einer äußerlich und innerlich glücklichen gestalten könne. Nun ist darauf die Antwort: ״indem du beachtest Gottes Wort". Nichts verfällt leichter der Gefahr als bloße Redensart zu gelten, als das Wort von dem Glücke, das die Frömmigkeit gewährt. Nichts wird leichter dem Verdachte ausgesetzt, erheuchelte Ueberzeugung zu sein, als der Ausspruch ״daß Gottesfurcht der Weisheit Anfang ist", nichts erscheint der am Irdischen hängenden Welt lächerlicher, als die Verheißung, daß ״der Lohn der Gottesfurcht Reichthum, Leben und Ehre sei." - Laßt uns daher diese Wahrheit beleuchten. Unsere Zeit ist, was die Bedingungen äußeren Lebensgenusses betrifft, gewiß auf einer Stufe, deren Möglichkeit man