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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 23 (sequence 83)
Language
German
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23 Sterne anbetcn, mit den Persern das Feuer als Gott vcrehren müssen. Es hätte mit den Griechen den Zeus in seinem Tempel aufgestellt und mit den Römern sich dem Mars geweiht. Es hätte sich der Tochterreligion anschließen, in Spanien vor dem Islam sie verwerfen, dann auf's Neue sie erwählen müssen, um bei den Ketzerverbrennungen, jenen schrecklichsten der Menschenopfer, in Hallelujah auszubrcchen. Für die Partei, die solches anstrebt, gilt der Ausruf Mose: התיצבו וראו את ישועת ה/ כי כאשר ראיתם וג׳ לא תוסיפו וכר ער עולם, denn auch der Glaube, zu dem man uns hinführen will, hat noch nicht alle Wandlungen durchgemacht. Schon pochen eherne Fäuste an seinen Thoren und fordern gebieterisch einen neuen Geist, und in dieses Meer sollten wir uns versenken, damit man zu uns sagen könne רחץ וטהר (2. K. 5,18.) ״tauche ein und werde rein?!" Nicht schwer ist es, m. A., in einer Welt, mit einer Welt zu stehen und zu kämpfen, aber gegen eine Welt das, was man als wahr befunden, zu vertheidigen, dies fordert Muth und stählt den Willen; das Schwimmen gegen des Stromes Strudel, der uns in die Tiefe reißen möchte, heischt einen starken und wahren Mannesmuth. Darum auch nicht dienen wollen wir Egypten, wie jene andere Partei am rothen, und wie Viele unserer Zeit es wünschen, daß wir in der Gestaltung unseres Glaubens uns der herrschenden Kirche wenigstens anzupassen suchen möchten. Soll sich denn eine alt-ehrwürdige Mutter, wie unsere Religion es ist, mit den von ihr erborgten und dann launisch ausgeputzten Jugendkleidern ihrer Tochter schmücken. Nicht minder gefahrvoll wäre dies für uns wie eine völlige Entblößung. Auf dem Beete unseres Glaubens sprossen genug der duftigen Blumen, laßt uns sie nur pflegen und sie warten und dann brauchen wir nicht neue Gewächse in dasselbe zu verpflanzen. Sagt man dann zu uns, daß eine Wüste uns umschlossen halte, so wissen wir, daß es die Wüste der Verfolgungswuth und des Glaubenshasses ist, deshalb soll jedoch in unserer Mitte nimmer eine Wüste sein;

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