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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 2 (sequence 62)
Language
German
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2 _->jtes4־־Kk_ Einstinals 1)11 fielt dies die Menschen so nusgedrückt, das; sie jeden Baum, jeden Bach von einer Gottheit beherrscht sich -dachten; damals in diesem Kindeszeitaltcr gestalteten sie ihre Empfindung, und das was sie beim Anblick des Baumes fühlten, nannten fie den Gott, gleichsam die Seele des Baumes: so bevölkerte ihre Einbildung die Natur mit einer unzähligen Schaar von Geistern, und wenn der Bach anstrat und der Sterblichen Hütte und Aussaat vernichtete, so hieß es, der Flnßgott sei erzürnt, und wenn er auf seiner spiegclklaren Fläche den Nachen sanft dahintrng, so priesen sie die Freundlichkeit des Stromgottes; heute wissen wir es deutlicher, daß die Natur nur im Menschen znm Bewußtsein ihrer selbst kommt, daß all die Herrlichkeit so zu sagen ein Schauspiel ist, dessen einzige Zuschauer die Brenschen sind; es ist kein Stolz, keine lleberhebnng, sondern die einfache Wahrheit, wenn wir sagen, daß nur für uns die Welt existirt. Es wird viel geredet von der Schtvüche und Kleinheit des Sterblichen gegenüber der Dauer und der Gewalt vieler anderer Naturerscheinungen; das Meer ist unstreitig gewaltiger als der armselige Fischer, der ein Spielball der Wellen, mit Brühe aus ihm sich den Bedarf des Lebens holt; dennoch ist dieser Fischer großer als der unendliche Deean; denn dieser Seean weiß nichts von sich und eines schwachen Wesens kluges Thun kann dem Gewaltigen Bellte entreißen. Ein Bali, und trotzte er den Jahrhunderten, nild ragte er noch so herrlich empor, ist stir deil da, der ihil bewohnt, allenfalls für dal, der ihn bewlindert: — er ist zwecklos, wenn er einsam dasieht; so wäre die Welt das zweckloseste Ding ohne den Menschen, der von ihrem Ertrage sich erhält, an ihrer Schönheit sich ergötzt, an ihrer Größe sich erbaut; er ist!licht mit die Krone, er rst auch der Zweck der Schöpfung. Bekannt ist das tiefe Wort Rabbi Akiba's: חביב אדם שנברא בצלם, חבה יתירה נודעת לו שנברא בצלם אלהים ״Ein Liebling Gottes war der Mensch, daß er erschaffen wurde i»l Ebeubildc der Gottheit; und besonders groß war

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