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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 45 (sequence 57)
Language
German
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— 45 in seinen Söhnen nicht die Erben seines Geistes, seines hohen Amtes in Israel — da hatte er noch ein letztes Hoffen, daß er sein Bolk in's Land der Verheißung bringen, daß er dort die weisen Gesetze in's Leben führen werde. Nicht Neugier und Lust am Wechsel erzeugten das heiße Verlangen in ihm hinüberznziehen in das Land der Väter, sondern der berechtigte Wunsch, zu sehen, wie dort sein Volk sich zu< recht sinde in der neuen Aufgabe, wie es das Ideal der Thora verwirkliche; auch dieser letzte Wunsch ward ihm versagt; nach einem langen Leben voll Gefahr und Entsagung stand er in feiner Todesstunde — nach dem Ermessen niedrer Seelen — gerade an der Schwelle seines irdischen Glückes. Hütte Mosel) nur in der Gegenwait, nur für sich gelebt, er hätte wohl recht gehabt zu dem Ausrufe: Eitel ist Alles, eitel über die Maßen; aber er dachte anders von der Hoheit der Menschen und seiner Würde Unsere Weisen sagen: Als der Todesengel zu Mosel) herantrat, sprach er Gebete, um ihn zu scheuchen; ״ich kann nicht sterben, so ries er, sondern ich muß leben und künden die Werke des Herrn." Da sagte der Engel: ״Dazu bedarf es Deiner nicht, heißt es doch: die Himmel künden die Ehre Gottes, und kann Dein Geist Höheres zum Preise des Schöpsers ersinnen, demi diese unendlichen Welten?" Aber Moseh sagte: ״Nimmer gleicht der stumme Gehorsam dieser Sonnen und Sterne der freien Gabe des Menschen, darum heißt es האזינו השמים ואדבו־ה Horchet ihr Himmel, wenn der Sterbliche redet." Nicht zu einem: Alles ist eitel!, einem Worte, das grausamer klingt als ein Fluch, öffnete er seinen Mund in der letzten Stunde, sondern zu einem Segensspruche sür's Volk: er glaubte an die Hoheit der Seele, daß ihre freie That mehr für Gottes Größe zeuge, denn alle Welten und Sterne: er wußte, daß kein redlich Werk zu Grunde gehe, sondern daß es weiter wirke; er war ein Bürger der Zukunft, er lebte in der Unendlichkeit. Nicht in die Unterwelt hinab ging der göttliche Mann: ״ רעל משה מערבות מואב א־’ הר נבוMoseh stieg von den Gefilden Moabs ans den Berg Nebo", sein Tod

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