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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 34 (sequence 46)
Language
German
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welche nicht forscht und nur den Schein einer Gelehrtenbildung annimmt, aus Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit, aus Erwerb- und Genußsucht, ans Gewohnheit und Naclp ahmungssucht solches nachspricht. Bei der großen Menge, und dazu gehört die Mehrheit der sogenannten Scheingebildeten, dient diese blinde Nachahmungssncht nur dazu, um das erwachende Gewissen einzuschläsern, wenn sie nach Laune und Willkür der Lust und Sünde leben, und wird Unglaube und Gottesleugnung nur dazu benutzt, um keinen Gesetzgeber und Richter über sich zu haben, um für ihre Denk- und Handlungsweise nur sich fragen zu müssen, tim selbst sich Gesetze für Rechtlichkeit und Sittlichkeit machen zu können und nach eigener, falscher und sündhafter Erkenntnis; zu entscheiden über das, was gut und böse sei. Das religiöse Bewußtsein wäre nicht so schnell und tief gesunken und nicht so allgemein geschwunden, wenn llnterricht und Hans die Ereignisse des Lebens und die Erfahrungen der eigenen und anderer Personen und Familien benutzten, um auf Gott und seine Walturtg hinzuweisen. Wir sehen Gott und seine Mitwirkung in jedem Grashalm, in jeder Naturerscheinung, man gebt nur gleichgültig daran vorüber. Regen und Sonnenschein, Regenbogen und Gewitter wissenschaftlich zu erklären, ist zu rechtfertigen, aber davon ist nicht auszuschließcn, daß dabei aus Gottes schöpferische Allmacht, aus die Notwendigkeit von Gottes gnädigem Schutze allen naturwissenschaftlichen Erfindungen und eigenmächtigen Vorsichtsmaßregeln zu Trotz hingewiesen werde. Wenn dies geschähe, würden religiöse Gläubigkeit und religiöses Leben wieder zu gewinnen sein. Auch die Erziehung unserer Kinder macht eine solche Umkehr nothwcndig. Daß diese für Eltern und Lehrer so sehr erschwert ist, liegt znm großen Theil darin, daß der Gottesglaube und die Religion, die Hinweisung aus Gottesfurcht und die Befolgung von Gottes Gebot nicht zu Hülse genommen wird. Menschliche Autorität ist nicht immer stark genug, um den erforderlichen Gehorsam zu erzielen,

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