Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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30 i ״ 8 4. fo antwortete R. Akiba, wir alle Antheil gewinnen an dem Heile der Seligen, der Arme dadurch, daß er die Roth leidet, der Reiche dadurch, daß er sie lindert. ״£, so widersprach der Römer, durch Eure Unterstützung müßt ihr Euch gerade den Zorn Gottes zuziehen. Denkt euch einen König, der über seinen Diener zürnt, ihn ins Gesängniß wirft und ihm Speise und Trank versagt, und nun gäbe ein Anderer ihm zu essen und zu trinken, möchte da der König nicht dem Unberusenen zürnen, der seinen Befehlen zuwiderhandelt?" Da sagte R. A.: ״Daß ihr doch, wenn ihr Irdisches und Göttliches vergleichet, so oft von Königen und Knechten redet. Denke dir einen König, der seinem Sohne zürnt und ihn in den Kerker wirft und hart behandelt. Aber ein Freund des Königs nimmt sich des Fürstensohnes an und pflegt ihn. Möchte der König, tuen» die Wallung des Zornes vorüber ist, nicht dem Freunde Dank wissen, daß er nicht, wie sonst wohl die Menschen pflegen, sich vom Sohne abgewandt hat, da ihm die Gnade des königlichen Paters fehlte." Liebe und Milde, wenn diese guten Engel bei uns bleiben und uns aus unfern Lebensweg begleiten, dann sind wir geborgen. Selbst dem Traurigen bereiten sie Stunden der Freude, und den letzten Moment seines Daseins verklären sie durch die Erinnerung an Thränen, deren Laus er gehemmt hat durch die guten Werke, welche als so viele gute Engel vor seine Seele treten und sagen, daß sie ihn begleiten wollen vor den Thron Gottes. In diesem heiligen Raum, wo wir so oft daran gemahnt werden, wie viel Liebe wir unwiderbringlich versäumt haben, jollte die Mahnung um so sruchtbarer sein, daß wir nicht säumig sind in der Liebe, die wir noch wirken können. Die Seligen aber, die von uns gegangen sind, was könnte sie mehr erfreuen, als daß der Gedanke an sie uns getröstet, erhoben und zu guten Werken begeistert hat. So möge denn die Erinnerung an die Todten gesegnet sein an den Hinterbliebenen, daß diese die Spanne Zeit, die ihnen gemessen ist, nutzen für die Ewigkeit, daß sie selbst im größten Leid nur eine Prüfung erkennen, die uns erhebt