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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 21 (sequence 33)
Language
German
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21 Innigkeit, die bewährte israel. Häuslichkeit hingekommen? M. 2., gedenkt Ihr noch der Fest- und Freitagabende im Elternhause, da Ihr aus dem Gotteshause eintratet in die hellerleuchtete Wohnstube, wo Alles Euch in Reinlichkeit und Ordnung entgegenblinzte, wo der Vater segnend seine Hände ans Euer Haupt legte und das schöne Lied zum Lob der Hausfrau anstimmte und Kiddusch machte und nach Eueren geistigen Fortschritten sich erkundigte lind im trauten Famlienkreise die Beseeligung des Festes genoß. Ach, erloschen sind jetzt die heiligen Sabbathkerzcn, derstammt die herrlichen Psatmenlieder, geschwunden die beseeligende Festesfeier. Man arbeitet mehr denn je, um ein neues Haus sich zu errichten, aber in dem neuen Hause fehlt die alte Häuslichkeit, man vergnügt sich lieber außerhalb des Hauses, läßt Frau und Kind vereinsamt daheim. Wer s o ein Haus führt, ירך וישוב לביתו der kehre um, gehe in sich, frage sich, ob er sich jetzt wirklich glücklicher fühlt als ehedem, wo!licht, bete er: חדש ימינו בר,דם .Herr, erneue unsere Tage wie ehedem". Die Poesie des alten jüdischen Familienlebens nehmet in Euere neuen Häuser mit, laßt sie Euch nicht abhanden kommen. 2. מי האיש אשר נטע כרם ולא חללו ילך־ וישוב לביתו ״Wer einen Weinberg gepflanzt und ihn nicht nicht ausgelöst, er kehre um und gehe in sein Haus". — Die Frucht war ehemals nur dann zum Genuß gestattet, wenn der Besitzer Hebe und Zehnten davon gegeben, und so das Heilige darin durch wohlthätige Verwendung gleichsam ausgelöst hatte. Wer eine Pflanzstätte sich gegründet, eine Erwerbsquelle ge- Wonnen, wer Vermögen sich erworben, hat er auch daran gedacht, die Frucht erst dann zu genießen, wenn er sie ausgelöst, d. h. Gott das Seinige davon gegeben. Und kannst du's Gott selbst nicht geben, — denn er bedarf Deiner Gaben nicht — so gieb es seinen bedürftigen Kindern, den Wittwen, Waisen. ״Dem Ewigen leiht, wer den Armen giebt.עשר בשביל שתתעשר ״ ״Reiche, so wirst du reich, verzehnte so verzehnfachst

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