Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 8 (1890)
- Issue
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 140)
- Language
- German
- Belongs to
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134 — Da ward ihnen das kostbarste Geschenk zu Theil, ein Eigenthum, von welchem rühmend spricht des weisen Königs Mund:. ״ יקרה היא מפנינים וכל חפציך לא ישוו בהKöstlicher ist es als Perlen, und Alles was du wünschen magst, es kommt ihm nicht gleich." (Spr. Salnß 2,15.) Freilich steht wohl mancher Sohn der Gegenwart zögernd und sinnend da bei diesen Worten, es erwägend in seinem Geiste, ob er diesen Worten auch seine volle und laute Zustimmung geben kann, ob sie entsprechen der Wahrheit und ben eigenen Erfahrungen des Lebens. Aber unsere alten Lehrer, unsere Weisen, sie eröffnen und erschließen dir schon in bündigem trefflichem Wort das tiefere Verständniß dessen was der Mund des weisen Königs redet vom unvergleichlichen Werthe der Gotteslehre. Unsere Weisen führen uns schon zur lauteren Erkenntniß dessen, worin die Größe und Kost- Barfeit des Besitzes bestehe, den Israel empfangen hat am flammenden Sinai, da ihm kund geworden die Lehre des Herrn. Sie sagen: בנוהג שבעולם אהם לוקה הפק הוא ״ מיצר לשמרו, אבל התורה משמרת בעליהEine alltägliche Erfahrung lehrt uns: der Eigenthümer irgend eines werthvollen Besitzthumes hat stets Sorge zu tragen für dessen Erhaltung, für den unversehrten Zustand seiner Habe und seines Gutes, aber die Thora sie beschützt ihren Eigenthümer, sie wird ihm zur beschirmenden Macht in den Gefahren des Lebens". Auf irdische Güter, also lehrt uns der Alten Wort, müssen wir stets Acht haben, daß sic unversehrt und unverringert in unserem Besitze und in unserem Bereiche bleiben, aber das hehre geistige Gut, das wir in der Gotteslehre besitzen, es wird in seiner Aneignung der Hüter deines eigenen Selbst, daß unversehrt und nngcstört bleibet deiner Seele Gleichgewicht auch bei den mannigfachen Prüfungen des Daseins. Lasset uns nun, m. And. zu erkennen trachten, in welcher Weise sowohl die Geschichte des Judenthums als auch die Erscheinungen des gesellschaftlichen Lebens in der Gegenwart diese Erkenntniß von des Gotteswortes schützender Kraft rechtfertigen, auf daß sie uns