Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 8 (1890)
- Issue
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 106)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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100 Höhe des Lebens zu stehen. Da wird untersucht, geprüft, geforscht, gefragt und über der Geschäftigkeit der der Armuth oder Verarmung die Thüre versperrenden ״Wohlthüter" kann die Wohlthat und der ihrer bedarf elend zu Grunde gehen. Und wahrlich, die Schrift fagt: ״laß doch Dein Herz nicht hart werden", ״der Arme könnte rufen zu Gott, und du hättest die schwere Sünde der Unterlassung der Gutthat zu tragen". ״So gieb doch den Armen, und laß es Dein Herz nicht verdrießen." Also, an's Herz pocht die jüdische Wohlthätigkeit. Frage Dein eigenes Herz, wie's diesem zu Muthe wäre, wenn das Schicksal ihm solche Wunden schlüge, und Du wirst gerne Deine Hand öffnen. Dein!, angesichts solcher Verhältnisse, unter denen an das Herz der Geber erst mächtig gerüttelt werden muß, um für die drückendste Noth zur Ab- Hilfe es zu bewegen, man sich nicht gesegnet fühlt, im Bewußtsein, Segen zu stiften כי לא יחדל אביון בקרב ,-,ארץ kann es natürlich an Dürftigkeit nicht fehlen. — Warnend spricht also das göttliche Wort zu uns: Hast Tu der Noth entgegenzuarbeiten nicht Lraft und Hochgefühl genug besessen, so fei doch wenigstens menschlich genug, die Hand und das Herz zu öffnen, wenn die Armuth zum Himmel um Erbarmen ruft und an die Pforten Deines Herzens pocht, daß Du des Elends Dich annehmeste. — Wo wahre Hochherzigkeit vor- Händen, ist keine Noth möglich, wo diese möglich geworden, ist Hilfe unerbittlich. So löst sich der vermeintliche Widerspruch im Schriftabschnitte. Ist Wohlthat auf der Höhe, giebts keine Armuth, muß milde That erst angerufen werden, wohlan, dann ist es schlecht bestellt ums jüdische Herz, und dann kann in der Gemeinde es leider an Noth nicht fehlen. — Darum, meine theueren Andächtigen, gedenket der Armen und Dürftigen in unserer Mitte. Ter Sommer ist vorüber, die Ernte ist vorbei, der Herbstwind weht, der Winter naht. An das Herz der milden Frauen wende ich mich bittend für die von Noth Bedrängten in unserer Gemeinde.;צשר תכשר זה שאמר הכתוב לא תירא לביתה משל: כי כל ביתה לבוש