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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 94

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 94 (sequence 100)
Language
German
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94 (Jesaj. II. 62,5). Der Altar des heutigen Freudenfestes ist geschmückt mit Myrthen. Die Düste und Früchte des festlichen Straußes geben unserem Feste Weihe, Glanz und Herrlichkeit. Eine Friedenshütte wölbt sich über uns, durch welche der Himmel sonnig und wonnig hineinlächelt am Tage, die Sterne tröstend blinken und winken in stnsterer Nacht. Und was in der Hütte wir uns Erbauliches erzählen, das flochten in den Festeskranz voll Weihe und voll Freude wir nun ein. Unter dem Laubgewinde und mit der Sprache der Blumen reden wir: Wie schön ist's zu streben und zu leben gottgefällig und menschenwürdig. — Und diese beiden Momente zu erörtern sei die Aufgabe der religiösen Festbetrachtung, welche segnen möge der Herr des Lichtes und der Wahrheit. Amen! I. Gottgefällig. Wenn wir in die Hütte einkehren, deren Schatten vorwiegen muß vor dem Lichte, die über ein bescheidenes Maaß (von zwanzig Ellen) nicht in die Höhe ragen darf und den Stürmen Stand halten muß, werden wir daran erinnert, daß im Bilde der Hütte das Leben sich spiegelt. Nicht ists dem Sterblichen beschieden, nur sonnige Tage zu verleben. Wo Licht ist, ist wohl auch, und zwar überwiegend, Schatten vor- Händen. Nicht dürfen die Lebensansprüche den Kreis des Lebensberuses, der Lebensstellung überragen. Wenn Ansprüche und Verhältnisse im Leben sich nicht die Waage halten, ist's von Uebel. Rütteln und schütteln aber die Winde des Schicksals an den Pfeilern des Hauses, an den Säulen der Berufsstellnng, so genügt der Ausblick zu dem Sternenhimmel, uns die Kraft gewinnen zu lassen, zu glauben, zu lieben und zu hoffen. Wir glauben an Gott, wir lieben die Menschen und hoffen auf Gerechtigkeit. Wer den Himmel ausgebreitet und Lichter hineingesäet hat ins Firmament, zündet und wecket die Sterne, die, wie in der Hütte, so im Leben, durch mannigfache Verschlingungen hindurch hineinleuchten in das erlösungsbedürftige

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