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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 89 (sequence 95)
Language
German
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— 89 — tit unsere Seele, daß ein gerechter Gott das Szepter hält und daß nur die Guten glücklich sind. In diesen sestlichen Tagen hatte Gott das Zelt seines Friedens ausgebreitet über Israels Häuser, deutlicher wurden sich die Gatten des Segens bewußt, daß sie vereint die Wanderung des Lebens vollziehen, daß ihnen die Freude gemehrt, und Schmerz und Sorge gemindert werde durch einträchtiges Zusammenwirken: wenn zum Feste die Kinder sich um die Eltern schaarteu, oder wenn die Festgrüße von den Fernweilenden kamen, zum Zeugnis;, daß die Gedanken hinsliegen zur heimatlichen Stätte in der geweihten Zeit, wenn aus den Allgen der Kinder die heiligen Entschlüsse leuchteten, Liebe um Liebe zu spenden und brav und tüchtig zu schöner: Zielen vorwärts zu streberr, und wenn dann die Eltern all die Sorge vergaßen, die ihnen ihre Kinder bereiteten und mit freudiger Hofsnurrg in die Zukunft blickten und ihr Antlitz unter Thräucn lächelte und leuchtete, dann war es Allen, als Hütte Gottes Engel Erntefest gehalten in ihre Häuser, und nun scheidet dieser traute Genosse, nun hat die Zeit der Feste ihr Ende erreicht und das Werktagsleben tritt wieder in seine Rechte. Aber ein Freund, der lange Zeit bei uns gelebt hat, er geht wohl nicht von uns, ohne m der Abschiedsstunde ein ernstes Wort mit uns zu reden, das uns dann im Gedüchtniß hastet als eine bleibende Erinnerung an den Gefährten, der nicht bleiben konnte. Und so sammelt denn dieses Schlußfest zuvörderst all die Eindrlickc, die die vorangegangenen Feste in uns geweckt haben; wir gedenken, wie der Neujahrstag aus irdischem Sinnen und Trachten uns rüttelte und emporriß, wie der Jomkippur uns versöhnte mit Gott und den Menschen und vor allem mit dem eigenen Herzen, das nicht selten unser gefährlichster Widersacher ist, und wie wir sodann am Fest der Hütten die lieblichen Gewinde ins Gotteshaus zum Zeichen der Freude trugen. Und heute kommen wir zum Abschiedsworte und sprechen das Gebet um Regen; dieses Gebet ist diesem Tage eigen-

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