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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 56

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 56 (sequence 62)
Language
German
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56 Glaubens und der Menschheit, sie vereinigt zu edler Uebereinstimmung den Einzelnen mit der Gesammtheit, die Gesammtheit mit dem Einzelnen. Solcher Gestalt wird צדקה die Wohlthat des Einzelnen für die Gemeinde zur G e r e ch t i g k e i t der Gemeinde für ihren einzelnen Angehörigen. Denn das Wort bedeutet in der heiligen Sprache Beides. Hat der Einzelne für die Gesammtheit Dienste geleistet, als er zur Pflicht die Kraft gewonnen, hat er das Recht an die Leistung der Gesammtheit, wenn ihm, dem Einzelnen, die Kraft versagt hatte. So flicht sich das Band der Liebe von den Gliedern zur Gesammtheit der Gemeinde. Größer aber als das Opfer, das auf den Altären der Vorzeit geglüht hatte, ist die stille That der reinen Liebe, die am Opferherde der Gemeinde flammt. (Sotah 5d). Wahre Herzens- und Liebesthat (צדקה) versöhnt die ganze Gemeinde Israels. Als, m. th. A., der hohe Priester im Heiligthum der Vorzeit Wacht gehalten in heiliger Versöhnungs-Nacht, berichtet die Mischnah (Joma 18 b), wurden ihm drei biblische Werke vorgelesen: איוב, עזרא ודברי הימים, das Buch Hiob, das Buch Esra und das Buch der Geschichtsbegebenheiten. Doch erwähnt ein Mischnalehrer Secharjah, er Hütte dem hohen Priester auch das Buch Daniel vorgelesen. Nun denn, unter den drei Bedingungen, unter welchen wir die Priesterliche Weihe des heiligen Tages erlangen, ist die erste die S e l b st f ü h n e durch eine reuigeWiederkehr zu Gott wie sie im Buche Hiob vorgezeichnet ist, das in dem Gedanken wurzelt und gipfelt, daß wir von dem schwergeprüften Dulder lernen sollen והרבה עמו פדות (Psalm . 30,7), daß vielfach ist die Erlösung des Herrn aus den Gräbern der Lebenswünsche, durch die Einwirkung des himmlischen Erlösers, mit dem durch tiefe Reue (תשובה) fest verbunden wir uns fühlen, das Heil und Glück einer schöneren Welt erblüht, mit den wechselnden Leiden für den Gerechten die Erlösung zur Seligkeit durch die Gnade Gottes sich steigert,

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