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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 47 (sequence 53)
Language
German
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47 { ‘ "י 4 *Kr ־יי יי — Anlagen und die Bedingungen, unter denen sie erzogen werden, offenbaren uns nicht ihr Wesen; denn ein energischer Wille kann auch das stumpfe Werkzeug schärfen, ein träger Wille läßt auch einen scharfen Geist rosten. Das Genie ist werthlos ohne die Energie; Können, sagt der Dichter, ist eine große Sache, damit das Wollen etwas mache. Darum lehrt R. Pinchas: alle die drei Namen, der schöne, den uns die Eltern, der häßliche, den uns der Neid der Menschen giebt, der ursprüngliche, den wir zur Welt bringen, sie sind nicht die rechten. Aber Salomo lehrt: ein guter Name ist duftiger denn gute Narde und der Tag des Todes schöner als der Tag der Geburt. Ja, jeder Mensch hat seinen Namen lieb; er möchte gern die Achtung der Guten genießen; und diesen Ehrgeiz darf, ja soll jeder haben; nun, so lehrt Salomo, auch der Neid und die Mißgunst kann aus die Dauer die Anerkennnng der Tüchtigen und Redlichen nicht verhindern; wie der Dust der Blume weithin dringt, wie sie ihren Duft gar nicht verschließen kann, so dringt der Ruf eines reinen und edlen Wollens in weite Kreise, ohne daß es dazu besonderer Mühe bedarf. Denn wer nach einein Namen strebt, verliert seinen Namen; mancher hat einen gewaltigen Ruf, so lange er lebt; aber er bewährt sich nicht in der Stunde des Todes; der Mächtige, sein Name wird gefeiert bis zum Tode; sein Ruf erblaßt mit ihm; aber der Gute und Treue, sein Andenken steht in der Stunde seines Todes am reinsten vor uns, denn vor ihren heiligen Schauern schweigt jede Regung der Mißgunst. Dein Name ist wie dein Streben; nicht was Eltern und Freunde schmeichelnd dir sagen, nicht was enge und neidische Naturen schnöde über dich urtheilen, nicht auch die Talente, die ein gütig Geschick dir verliehen, sind dein Name, sondern der innerste Kern deiner Persönlichkeit ist dein Wille; ist dieser rein und gottgeweiht, dann wird wie die Narde dein Name duften, dann ist der Tag des Todes uns schöner als der Tag der Geburt. Verleih uns o Gott einen festen Sinn und ein reines Herz, daß wir dich suchen und dadurch das Heil gewinnen; mögen

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