Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 8 (1890)
- Issue
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Halt und Schutz in den Stürmen und Gefahren, welche die Jugend bedrohen. Jeder wird sich des Segens bewußt, daß er nicht allein steht, daß er unter Verwandten, Freunden, daß er inmitten einer Gemeinde, lebt, die nicht nur im Gotteshanse zum Gebet sich vereinigt, sondern die auch im Leben zusammenhält und jeden schützt und stützt, der zu ihr gehört und der Hilfe bedarf. Hier und heute versöhnen sich die Gebeugten und Beladenen leichter mit ihrem Geschicke; sie erwägen, daß vielleicht manche noch schwerer tragen und sie flüchten sich zu dir; wir wissen, zu dir dringt der Seufzer dessen, dessen Körper leidet, dessen Kraft ermattet unter bitlern Scherzen in argen Tagen, in schlaflosen Nächten; bu hörst die Klage derer, die einsam geworden sind, weil der Tod ihnen die Lieben entführt hat, du siehst den Kamps, den heißen Kamps, den biedere Menschen kämpfen müssen um ihre Familie in Ehren zu erhalten, du siehst das karge Mahl, das Thrünen der Sorge netzen, du kennst all das vielgestaltige Elend, das die Sterblichen bedrückt; sie Alle beten und fühlen sich erleichtert, weil sie glauben, daß diejenigen nicht zu schänden werden, die dich fürchten. So ist der Tag ein Herold des Heils, ein Bote des Friedens, er ruft zu Zion: dein Gott waltet! Denn wahrlich, wie viele auch sonst abseits stehen, heute einen sich fast alle Genossen zu Gebet und Andacht, alle sind sie von einem heiligen Geiste erhoben, alle in dem Gefühle verbunden: unser Gott waltet! — Du hältst das Scepter über Hoch und Niedrig, über Reich und Arm, über die Guten und Bösen und beseligender Friede zieht in ihre Brust. Ein Frohgefühl über die Macht, welche das Judenthum aus seine Bekenner ausübt, hebt uns hinweg über die Sorge, welche einen treuen Israeliten im Lause des Jahres quälen und versöhnt uns mit manchen Uebelstünden, die sonst uns peinlich genug berühren. Als höchstes der Feste feiern wir darum diesen Tag und in ehrfurchtsvoll-freudiger Stimmung begrüßen wir diesen Gottesboten. O, daß er für uns und ganz Israel wahrhaft werde ein Künder des Guten, ein Bote des Heils, ein Herold des Friedens