Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 8 (1890)
- Issue
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/9616701-9617735-9617736--1727-9617771- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
31 denn der Haß ist das Häßliche und entstellt und entwürdigt ein Menschenantlitz und ein Menschenherz zu düsterm Zerrbild; 0 wie frei und freudig werden wir, wenn wir in fester Zuversicht auf Dich, Du Hort der Guten, und im Vertrauen aus die Reinheit unseres Wollens einen! Jeglichen freundlich ins Auge sehen, als sei er unser Freund und Genosse und uns nicht kümmern um Neid und Mißgunst, um Hader und Haß der Bösen, die ja doch ohnmächtig sind, so Du, o Gott, ihnen wehrest. Dann wenn wir den Groll mit der Wurzel ausgerissen aus unserem Herzen, wenn Versöhnung und Vergebung uns erfüllt, dann können wir frohen Sinnes unser Gebet zu Dir, o Gott der Sühne, hinanssenden, daß Du unsere Sünden tilgst, wie wir getilgt und gelöscht haben jede Erinnerung an die Schuld, mit der Menschen sich gegen uns versündigt haben. Wie aber könnten wir Verzeihung erbitten, wenn wir sie nicht üben, wie könnten wir ans deine Verheißung bauen: Es schwinde wie ein Gewölk dein Fehl, wenn wir ein jedes Unrecht, das wir erlitten haben, in unfern! Innern verewigen, wie solltest du vergessen und vergeben, wenn wir die Hände, die sich dem Gefährten verschließen, wenn wir die Seelen, die von Neid und Haß befleckt sind, zu dir emporrichten! Dieser hochheilige Tag läßt den Werth der Güter, mit denen du uns begnadet hast, reiner und inniger empfinden. Zärtlicher schließen sich die Gatten aneinander und empfinden es deutlicher als im Lärm des Lebens, welch ein unendlicher Segen ihnen aus der Gemeinschast der Gemüther sprießt, und geloben sich ׳diesen heiligen Schatz zu wahren wie das köstlichste Kleinod, und die Freude in! leuchtenden Auge danken sie dir für diesen herrlichsten Besitz. Fester einen sich Eltern und Kinder zu treuem Bunde, srohgemuthet blicken die Alten aus die wackere Jugeud, die den Namen, den Glauben, die Grundsätze der Väter weiter tragen werden, wenn die Alten dereinst zur ewigen Ruhe eingegangen sind, und stolz aus der Väter Tüchtigkeit, selig durch der Mutter herzigen Sinn, lehnt sich die junge Schaar an der Eltern festen Stamm als an den