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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 13 (sequence 19)
Language
German
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13 Das ist eine Scene, die dereinst im Heiligthum zu Siloh stattgefunden hat, Hann ah, die Mutter des Samuel war die Frau, Eli, der Hohepriester, war der Greis; aber es scheint, man braucht nicht einmal aus den deutschen Gauen hinauszugehen, um heute und gestern und jeden Tag Aehnliches zu erleben; wenn heut eine Frau mit gebildetem Geist und echter Frömmigkeit vor Gott ihr beschwertes Herz ausschüttet und nun dasteht, ihr ganzes Sinnen nach innen gekehrt, weltvergessen und emporgehoben in Andacht, kaum die Lippen bewegend und dennoch betend mit aller Inbrunst einer frommen Seele, und abseits steht ein frommer würdiger Mann vom alten Schlage, sollte sie da vor dem Schicksal der Hannah bewahrt sein? am Ende brauchte man kaum die Mauern dieser Stadt zu verlassen, um eine Wiederholung der Scene zu erleben, die in Siloh zwischen Hannah und Eli sich zugetragen hat. Der Talmud meint, Hannah habe die Israeliten beten gelehrt; Rab. Menuna sagt: wie viel gewaltige Grundsätze kann man diesen Versen von Hannah entnehmen. Da heißt es: ״Hannah sprach in ihrem Herzen, nur ihre Lippen bewegten sich, aber ein Laut war nicht vernommen", und jedes Wort deuten die Weisen: ״sie sprach zu ihrem Herzen", daraus folgt, daß man mit dem Herzen beim Gebet sein müsse; ״nur die Lippen bewegten sich", daraus schlossen sie, daß wir unsere Empfindungen in Worte kleiden müssen, wenn wir anderes Klarheit gewinnen wollen über die Vorgänge in unserer eigenen Seele; alle die hohen und zu Gott uns tragenden Gefühle, die sei es eine großartige Natur oder die Gemeinschaft der Gläubigen oder irgend em Ereigniß, daß mit besonderer Kraft sich darthut in uns erzeugen, sie bleiben wie Wolkengebilde unklar und verschwommen, wenn wir ihnen nicht eine feste und scharf umrissene Gestalt geben durch das Wort; nebelhaftes Träumen ist nicht die Art des Betens, welche das Judenthum fordert, die Religion der Klarheit. Sodann heißt es von Hannah: ihre Stimme wurde nicht gehört:״ .מכאן שאסור להגביה קולו בתפלתוDaraus ergiebt

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