Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 8 (1890)
- Issue
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616701-9617735-9617736--1702-9617746- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
6 Menschen eingreifende Persönlichkeit glauben ließ, war der Hang und Drang nach Gerechtigkeit. והאמיץ בה׳ ויחשבה ״ לו צדקהUnd Abraham glaubte an Gott, und der Herr!rechnete ihn! den Glauben als Sache des Rechtes an.״! (Genes. 15,6.) Wenn die Unschuld seufzt, die Wahrheit verkannt - und entstellt wird, das Göttliche verhöhnt wird durch das Ge- . meine, die Leuchte des Herren ausgeblasen wird aus dem I Altäre der Menschheit, ideale Heiligthümer geschändet werden durch finstere, den Himmel verläugnende, dem Staube der Erde sklavisch unterwürfige Leidenschaften: da schreit das Herz auf zu Gott, dem ewigen Richter mit dem Rufe Abraham's:״ .השופט כל הארץ לא יעשה משפטWird denn wohl der Richter der ganzen Erde kein Recht üben?" (Genes. 18,25.) Hier, du allmächtiger Gott, erkennen wir die ganze Fülle und die unendliche Hoheit deiner Macht-Aeußerung ,אלהיט ״ נצב בעדת אל כקרב אלהיט י שפטwenn du stehst in der Gemeinde und unter Richtern richtest" (Psalm 82,L), wenn du sichtbare Gestalt gewinnst im Rechte der Gesammtheit und als ewiger Richter in's Herz des Volkes redest. Gerechtigkcit ist die Säule der sittlichen Weltordnung, die schönste Perle in der Krone göttlicher Majestät. Und wenn die Posaune des Weltgerichtes durch die Erde zieht, dann ist sich Israel dessen bewußt, zu sein ״ עם אלהי אברהםein Volk des Gottes Abraham's (Psalm 47,19.)". Dann schlingen wir die Blüthen und Blumen der Huldigung (מילביות) znm Kranze dem göttlichen Richter, dem Könige des Himmels zu Ehren, und sind beseligt im heiligen G landen an den einig-einzigen Gott. II. Die Kiebe. War nun der Glaube als die erlösende sittliche Macht des Menschen, vermöge des Bündnisses Desselben mit dem Geiste des Ewigen erkannt, so war die Liebe als Inbegriff des völligen Anfgehens und Sichausgebens an das göttliche Ideal, das unser Selbst ist, und ohne welches das Leben