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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 231

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 231 (sequence 244)
Language
German
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231 in der Weise benutzt, wie er sollte, und auf den größten Schatz, den er sich erwerben könnte, auf das Wissen, verzichtet. Ich will hier nicht die Bedeutung des Wissens schildern, doch möchte ich an einen Ausspruch u. a. W. erinnern. In dem Gebete der Hanna (Sam. I 2,3) heißt es 'כי אל דעות ד ״denn ein Gott der Gesinnungen, der Erkenn tniß, ist der Ewige". Dazu bemerken die Weisen גדולה דעה שנתנה בץ ״ שתי שמותso groß und bedeutungsvoll ist die Erkenntniß, daß hier dieses Wort zwischen zwei Bezeichnungen Gottes steht." Und wahrlich, die Wissenschaft steht heute mehr im Werthe als je, da sie den Weg zu den höchsten Stellen im Staate und in der Gesellschaft bahnt. Wollet Ihr übrigens wissen, in welcher Weise am österreichischen Kaiserhofe die Wissenschaft gepflegt und gefördert wird, so erinnere ich Euch daran, daß der Kronprinz, der selbst in der Blüthe der Jahre steht, jüngst eine reife Frucht auf dem Gebiete der Wissenschaft den Lesern geboten hat?) Der Umschwung auf politischem Gebiete und der Fortschritt, der auf dem Gebiete des Schulwesens unter der Regierung Sr. Majestät des Kaisers Fra n z Jos e f gemacht wurde, kömmt insbesondere Euch zu statten. Ich preise es, daß Ihr blos vom Hörensagen wisset, wie es mit den Juden früher in Oesterreich bestellt war; aber Ihr solltet Euch diesen Theil der Geschichte besonders merken, dann werdet Ihr wissen, wie sehr die Gnade unseres Kaisers über uns Juden gewaltet hat. ״Im leuchtenden Angesichte des Monarchen ist Leben," heißt es in den Sprüchen Salomons (16,15) und wahrlich unter ihm wurden wir Juden in Oesterreich zu neuem Leben geweckt. Er vollendete, was sein großer Vorfahr Kaiser Josef II. begonnen und gewährte uns die Gleichberechtigung. Der Kaiser Franz Josef führte uns aus der Finsterniß zum Lichte, aus der Knechtschaft zur Freiheit, denn das Gesetz der Gleichberechtigung aller Nationalitäten und Glaubensbekenntnisse blieb nicht blos auf dem Papiere, es wurde zur That. Gehet hinaus auf den Markt des Lebens, tretet in die Schulen, *) Es ist dieß das Werk: «Fünfzehn Tage auf der Donau". *v

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