Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 220)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Wenn irgendwo, so verband sich hier der Erfolg und das Verdienst; aber erstaunlich war es gerade in dieser Zeit, wo weit mehr als früher die Völker selbst auf den Schauplatz der Geschichte treten, daß die Einung der deutschen Nation wol mit der freudigen Zustimmung, aber fast ohne ihr Zuthun ausgeführt wurde. Zwar hat jeder Einzelne zumal im Felde seine Schuldigkeit gethan; indeß das fertige Werk, das große deutsche Reich, wie ein Geschenk, wie eine Ueberraschung wurde es der Nation gereicht, von welcher lange Zeit der eine der beiden großen heut vielgefeierten Baumeister mit Gleichgültigkeit, der andere gar mit Mißtrauen betrachtet worden ist. Wir haben ihn erträumt und ersehnt, diesen Dom der deutschen Einheit; aber Jeder hatte ein anderes Traumbild! und mancher Deutsche verstand es gar rührend und erbaulich! davon zu reden und zu singen; nur daß diesen Gesängen nicht die Kraft inne wohnte, die getrennten Stänrme zusammenj Zusühren und Fürsten und Völker harmonisch zu verbinden, j Da nahm unser König das Werk in die Hand und hat es j herrlich ausgeführt. Die deutsche Einheit, die wir heute feiern, : — denn ein solches Geburtsfest des neuenDeutschland ist wol der Sedantag — ist das Werk unseres Fürsten und seiner weisen Berather. An diesem Geburtsfeste nun wird jeder Deutsche von demselben Gefühle durchdrungen sein, das unfern erhabenen j Fürst wie ein lichter Genius auf seinen Siegeszügen begleitet hat. (Psalm 75,2.) '21 ״ הודינו לך אלהיםWir danken dir Gott, wir danken, und nah ist uns dein Name: sie erzählen deine Wunder;" gerade weil, wenn wir offen und ehrlich die Wahrheit bekennen wollen, gerade weil das deutsche Volk seine Einung und Erhöhung mehr ersehnt als errungen hat, weil die Gunst des Schicksals über alles Erwarten uns zu theil ward durch die Arbeit dieser von ihrem eigenem Volke erst spät verstandenen und gewürdigten Söhne des deutschen Bodens, darum ziemt uns ganz besonders dieser Dank, ׳darum muß Gottes Name uns nahe sein