Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 195)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9616701-9617473-9617474--1616-9617664- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 182 — aber glücklicher werden sie euch nimmer machen, einen belebenden, erfrischenden Hauch führen sie euch nimmermehr zu, sondern eine beengende dumpfe Schwüle, die das Herz quält und beängstigt. Aber wer die Seele nicht hat verunreinigt, die Hand nicht hat befleckt mit Frevel und Gewaltthat, der wird beglückt sich fühlen in den Wänden seines Hauses, in der niedrigsten und dürftigsten Hütte geborgen sich fühlen wie in der mächtigsten Königsburg. Und sind auch nicht alle gesegnet mit Reichthümern und Glücksgütern, — die Pforten der Lebensfreudigkeit sind darum doch Niemandem verschlossen. Eben die דברים שגידולם מן הארץ, die Erzeugnisse des- Erdbodens, das ist das allen Gemeinsame, die Natur mit ihrer kostbaren Gabe, sie gehört Allen an und grade sie ist der reinsten und edelsten Freude unerschöpflicher Quell. Schaut her auf den einfachen Pflanzenbund, die Auswahl aller Bodenerzeugnisse — er ist dessen ein beredtes Zeugniß und Symbol! Müßt ihr nicht belebt und erfrischt euch fühlen, wenn euer Auge blickt auf die Frucht des Baumes Hadar, die euch veranschaulicht, welchen Reichthum, welche Fülle der Herr um euch hat ausgebreitet! Und der Zweig der schlanken Palme, ist es nicht, als ob er euch zuriefe: Strebet auch ihr aufwärts, schreitet vor rüstig und standhaft, euch zu erheben zu den lichten Höhen Gottes, zum Gipfelpunkte menschlicher Vollendung! Und die Myr the, das Sinnbild der Unschuld, — ist sie euch nicht eine Mahnung, in Reinheit des Herzens, in Lauterkeit des Charakters den Beruf eures Lebens zu erfüllen! Und daß endlich auch Bescheidenheit und Demuth lieblich das Haus beschatte — ist es nicht die bescherdene Bachweide, die diese Aufforderung an euch richtet! Baut in solcher Art, Israeliten, das Zelt eures Lebens, dann dürft ihr auch euch versichert halten des göttlichen Schutzes. Es eröffnet sich euch dann ein freier Aufblick nach dem Himmel, der heiter und lachend auf euch durch das schattige Laubdach herabschaut. Und die Sterne winken euch durch die grünen Blätter ihren Gruß und senden in euer Herz die Strahlen lichter Hoffnung. Eine Gottesstimme aber