Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 190)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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_ י'. 5׳.־ ■ *■׳£&£?$• 41:״■' — 177 — דירת עראי, eine nur ״vorübergehende, zeitweilige Wohnung" sein und demgemäß eingerichtet werden soll. Dasselbe gilt vom menschlichen Leben; der gleiche Gedanke ist es, welcher für dessen Auffassung den leitenden Gesichtspunkt abzugeben hat. Auch auf der Erde hat der Mensch nur einen vorübergehenden, nicht einen bleibenden Aufenthaltsort. במוכת תשבו ״ שבעת ימיםIn Laubhütten sollt ihr sieben Tage wohnen," heißt es in der Schrift, und bei günstiger Witterung verbringen wir darin wohl auch noch einen achten Tag. Das weifichliche Leben währet im gewöhnlichen Verlaufe sieben Jahrzehnte; ״ ואם בגבורות שמונים שנהund wenn es hoch kommt, auch achtzig Jahre," noch ein Jahrzehnt mehr. Und wenn es wenigstens uns immer beschieden wäre, d i e s e n Zeitraum unverkürzt in dem Zelte zu verleben! Aber da treten oft Stürme und Regengüsse ein, die uns zwingen, sie nach längerer oder kürzerer Zeit wiederum zu verlaffen! Wenn am Morgen noch so heiter der Himmel über uns lächelt, können wir wissen, ob nicht schon am Mittag finsteres Gewölk sich über uns entladen, uns aus dem Lebenszelte Heraustreiben, oder wenigstens den Aufenthalt in demselben uns trüben wird? Eine דירת עראי, eine zeitweilige Wohnung ist die Hütte, ist das Leben; סוכה שהיא גבוהה למעלת מעשרים אמת ״ פסולהeine Succah, die höher als zwanzig Ellen, die gar zu hoch ist, ist unbrauchbar", weil ספי מעשרים אמה איין אדם ״ עושה דירת עראיüber diese Grenze hinaus Niemand ein Haus aufführt, das er nur vorübergehend benutzen will". Auch unseren Lebensbau sollen wir nicht ellenhoch über das Bereich des Möglichen und Ausführbaren hinaufführen, nicht in gar zu hohe Regionen hineinragen lassen! Nur keine zu hochfliegenden Pläne, keine himmelstürmenden Entwürfe, keine babylonischen Thürme, — wir wissen ja, daß das nie und nimmer dem Menschen glückt. Bescheiden wir uns und beschränken und begrenzen wir unsere Wünsche und Ansprüche, dann werden wir uns sicherlich auch beglückter fühlen und uns erspart bleiben die vielen Enttäuschungen, welche so Manchem das Leben verbittern und vergällen. tCU )es ^ie -enchut thrt, Irüu- Ittete und N ahmer, Israelitisches Predigt-Magazin. V. Jhrg. Heft 3 u. 4. 12