Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 188)
- Language
- German
- Belongs to
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J — 175 — tu Schuld gelebt hat, der möchte mol eher in der Stunde des Scheidens an seine eigene Noth denken und die, welche um sein Lager stehen, auffordern für ihn zu beten, aber Mose, er war einig und vertraut mit seinem Gotte, über ein ganzes Volk durfte er segnend die Hände breiten in den letzten Momenten, die den meisten Mens chen ein Schrecken sind. Kann das Fest würdiger von uns Abschied nehmen, als indem es uns an Mose mahnt, den göttlichen Mann, und uns in seinem Leben und seinem Streben zeigt, wie hoch der Sterbliche steigen kann, durch die Reinheit des Willens und den Adel der Seele. Weibgeboren und gottgleich geworden, so verehrt von seinem Volke, daß wie durch ein Wunder sein Grab dem Auge entrückt wurde, damit nicht die Verehrung dem Leichnam gezollt werde, welche der Thora, dem lebendigen Moseserbe, gebührt! Von einem Sterben redet uns der Schluß der Thora, aber von einem so seligen und gesegneten Sterben, daß die Pforten des Himmels weit sich öffnen und die Engel Gottes grüchen freudig ihren Genossen, von einem Heimgang, daß wol Jeder die Bitte hegt: ״ תמת נפשי מות ישריםO stürbe auch meine Seele so den Tod der Frommen." Amen! XXIII. Die Laubhütte — ein Vorbild des Lebens. Uredigt zum LauöHüttenfeste von Dr. S. Grone,nann, Rabbiner in Danzig. Das Laubhüttenfeft ist gekommen und hat nach Tagen feierlichen Ernstes Freude und Lust ausgegossen über das Lager Israels. Sanft berührt unser Ohr das fröhliche Rauschen des Palmenzweiges, das Auge weidet sich an des Ethrog goldener Frucht und der Myrthe saftigem Grün, auch die schlichte Bachweide hat sich ihnen zugesellt, um im Vereine