Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 150

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 150 (sequence 163)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9616701-9617473-9617474--1584-9617632
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

150 den überkommt es wie eine glühende Sehnsucht nach dev Ruhe und dem Frieden der Dahingeschiedenen, fast, widerwillig wendet er sich zurück zu dem wirren und verwirrenden: Treiben der Menschen, und den Tod. nennt er einen Befreien und Erlöser, der die Fessel von uns nimmt, der uns aus der׳ Fremde in die Heimath führt, der uns mit denen vereint, deren Tod uns selbst zum Tode verwundet hat. Auch dev Schmerz um diejerrigen, die wir verloren haben, ist nimmerso wild und graus für den, der oft hinauswallt in das Thal, der Todten; die Thräne, die aus dem Auge quillt, sie löst, den Schmerz und wandelt ihn in milde wehmüthige Trauer^ getröstet und getrost ziehen wir von dannen, denn wir wissen, daß wir durch feste unzerreißbare Fäden verknüpft sind, mit Gott und unseren Lieben, daß die, welche wir verloren haben, uns dennoch geblieben sind, "״ גם כי אלך יכוAuch wenn ich wandle durch das Thal des Todes, ich fürchte nichts Ar-׳ ges, denn du, o Gott, bist bei mir; dein Stab, deine Stütze,, deine Strafe, dein Heil, beide trösten mich." Einsam und verödet und todesmüde fühlen die, durch deren Herz das Unglück seine tiefsten Furchen gezogen hat, sich draußen im Leben unter denen, die glücklich sind, unter denen, die sich glücklich glauden; den Frohen stimmt der Verkehr mit den Freudigen zu. erhöhter Fröhlichkeit; aber dem Trüben mehrt er die Trauer wie das Düstere greller hervortritt, wenn es neben Licht und Glanz gestellt wird. Dem Trüben und Traurigen, giebt es keine liebere Gesellschaft, keine trauteren Freunde als Grab und Leichenstein; hier darf er der Trauer und dem: Schmerze ungestört sich hingeben, hier darf die Thräne unge hemmt fließen, während er sonst so oft gezwungen ist, sich fröhlich zu zeigen, wenn das Herz weint, zu lächeln, wenn er die Thräne kaum zurückhalten kann.. Wie der Thau nicht, nur zur Morgenzeit zur Erde fällt, wo er die Blüthen erfrischt und zugleich wie mit Demant überschüttet, wie er auch, zur Abendzeit glanzlos, unvermerkt die Fluren tränkt, daß sie in der Nacht nicht Schaden nehmen und duhinwslken, so fehlt auch der Seele nimmer der Thau, der sie erfrischt und vor

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.