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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 123

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 123 (sequence 136)
Language
German
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123 sie werden nicht den Vorwurf, aufwiegen können, den einst das Kind den Ellern zu machen berechtigt ist: Warum habt ihr mich nicht frühzeitig mit all den geistigen Mitteln ausgerüstet, deren ein wackerer Mensch auf Erden bedarf, um als Mensch gottgefällig und menschenbeglückend zu leben, um den Fährnissen und stürmischen Ereignissen kühn die Stirne zu bieten, um den Lockungen des Lasters, den Anfechtungen der Leidenschaft wirksam Stand zu batten? Warum habt ihr esverabsämnt, die Giftpflanzen der schnöden Triebe aus meinem Herzen zu jäten und dafür die Lichtsaat der Tugend, Wahrheit und Gottesverehrung alles Guten und Schönen darin auszustrenen und zur Blüthe zu bringen?! All die Schätze, die ihr mir hinterlassen, sie sind nun sammt und sonders dahin, und mir ist davon nichts geblieben, als das drückendere Gefühl meines Elends. — Ein solcher Vorwurf klagt die Eltern einer argen Versündigung gegen das לא הגנב an, eines moralischen Diebstahls, an dem Gemüthe des Kindes verübt durch Entziehung der Erkenntniß, durch גנבת דעת Um so gewichtiger, dringt eine sülche Mahnung au diesem Feste auf uns ein, wenn unsere Erinnerung bei der bekannten Legende verweilet, welche an die Gesetzgebung vom Sinai anknüpft. ״Gott verlangte von Israel, sie sollen Bürgen stellen für seine Lehre, bevor er sie ihnen anvertrauen könne. Da brachten sie ihre Kinder hin vor Gott, und der Herr sprach mit zufriedenem Lächeln: ״Gut, eure Kinder das sind mir die rechten Bürgen für mein Gesetz!" (M. Schocher-tow zu Sprüche 6, 1.) Meine Andächtigen! Vergesset es also nie, daß eure Kinder eure Bürgen sind vor Gott und Welt. Erziehet und unterweiset sie so, daß sie einst Bürgen sein können für die Lauterkeit eurer Gesinnung, für die Rechtschaffenheit eurer Handlungen, für euer gerechtes Wesen und Walten, Bürgen für den edlen Inhalt der Gotteslehre, für den Volkswerth Israels, für den rein menschlichen Kern des Judenthums; auf daß der Herr von euren Kindern stets wie damals am Sinai sagen könne: Führwahr, das sind mir gute, treue Bür-

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