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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 113

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 113 (sequence 126)
Language
German
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113 Mensch nicht gewiß, daß diese Sehnsucht erfüllt wird, so kann ihn der Glaube an die Unendlichkeit Gottes erheben, die Hoffnung an eine messianische Erlösungszeit beseligen, aber in sich befriedigt ist er erst, wenn er sich, seine Einzelpersönlichkeit, unsterblich weiß. Wohl glaubten sie an die Allmacht Gottes in der Natur, daß er sie geschaffen, daß er die Geschichte leitet. Wird aber, fragten sie sich, Gott die Gesetze, die er einmal in die Natur gelegt, ändern? Wenn er ein Ziel der Menschheit gesetzt, wird auch der Dahingeschiedene an den Seligkeiten Theil nehmen? Hat Gott nicht vielmehr nur die Gesammtheit in: Auge, welcher der Einzelne dienen muß? Ist das Gesetz nicht unabänderlich? Was dem Tode ist anheim gefallen, erwacht das wohl wieder zum Leben? Das war der Zweifel, der in ihrer Brust sich regte, und wie Viele giebt es nicht, die die Allmacht in der Natur, das Walten in der Geschichte nicht leugnen können, aber die eigene Unsterblichkeit bezweifeln? Diese Zweifel löste sich ihnen am Schilfmeere. Sie standen dem Tode gegenüber, unerrettbar lauerte ihnen das Verderben; nach den Naturgesetzen war ihr Untergang unvermeidlich. Da sahen sie die Thore des Todes geschlossen, sie gingen in die Fluthen, und diese wichen zurück; sie glaubten die Pforten der Unterwelt nehmen sie auf, und sie gingen unversehrt über des Todes Pfad. Da hob sich ihre Seele, der Glaube au Unsterblichkeit wuchs ergänzend zu dem früheren Glauben. Da jubelte ihre Seele laut auf, und ihre Seele ergoß sich in freudigem Gesang. ״Als sie sahen das Ehrfurcht erregende Ereigniß, da fürchteten sie den Ewigen, erkannten ihn als den Einig-einzigen, den Gott der Natur und Geschichte und glaubten an den Ewigen," glaubten an das, was noch in ihrem Herzen zweifelhaft war, ״glaubten auch an Moses", daß der wahre Mensch unsterblich ist. — Darum heißt's in Midrasch: Wer beten will, muß vorher קר״ים׳ erwähnen, muß vom Glauben an Unsterblichkeit durchdrungen sein. Und wann hätten wir die'.s mehrnöthig, als heute, da wir der Dahingeschiedene!: gedenken, die uns durch den Tod entrissen sind. Ehe wir das Seelengebet für unsere Ra hmer, Jsrarlttifches Predigt-Magazin. V. Jhrg. 1. u. L. Heft tz

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