Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 125)
- Language
- German
- Belongs to
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112 dein Gott, bin dein Erlöser." Gott waltet in der G e s ch i ch t e, lehrt צ״מ". Und so oft Israel rings von Feinden umgeben war, so oft es die Schwere der Macht empfand, so oft die Netze der List es umschlangen, es rief: דונה אל ישועתי ״ אבטח ולא אפחדSiehe, Gott ist mein Heil, auf ihn vertraue ich unb fürchte Nichts." Diese mit Wagen, jene Rossen, wir vertrauen auf die Macht des Ewigen. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß die Wahrheit immer mehr die Menscheu erleuchten wird. Darum konnten die Propheten, während sie den Sturz des Tempels vor Augen sahen, so begeistert von der Zukunft, von der Zeit der Erlösung, reden, weil üe Gott in der Geschichte kannten. Das ist's, was der Midrasch meint: ״Der Auszug aus Egypten ist schwerwie? gender," denn er enthält die Grundwahrheit des Judenthums, die Einheit Gottes, der in Natur und Geschichte waltete Jetzt verstehen wir auch den Beweis des Midrasch. Es heißt im ersten der Zehngebote: ״Ich .bin der Ewige dein Gott, der dich aus Egypten geführt"; ich bin Gott der N at u r und der Geschichte. III ״ נוראות על ים סוףEhrfurchterregendes zeigte Gott am Schilfmeere." Ja das Ereigniß am Schilfmeer ergänzt die Wunder des Auszugs aus Egypten und bildet den Schluß. Der Gott der Natur und der Geschichte muß auch der Gott des Einzelnen sein, oder der Glaube an die Einheit Gottes, an die Erlösung durch den Messias führt zum Unsterblichkeitsglauben. Unsere Weisen fragen: ״Es heißt ״ וייראו העם וכד ויאמינו בי״יAls Israel die Macht Gottes sah, da glaubten sie an Gott- Es steht ja früher auch schon: ״ ויאמן העםdas Volk glaubte." Aber die Antwort ist diese: Wohl war צ'׳מ" an und für sich angethan an Gott zuglauben, den Herrn der Natur, den Leiter der Geschichte; aber dieser Glaube beseligt noch nicht, befriedigt noch nicht. Der Mensch hat die Sehnsucht nach dem Tode fortzuleben; es wohnt der Seele der Trieb ein nach Unsterblichkeit. Ist der