Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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51 den Menschen zn arbeiten gegeben? Etwa den Weinberg zu beschneiden? — es wuchsen ja von selbst die Bäume hervor in vollendeter Schönheit — oder den Garten zu bewässern? — er war ja durchzogen von einem mächtigen Strome! Nein, antworten sie אלא לעסוק בדברו תירה ולשמור את דרך עץ החיים es handelt sich lediglich darum, eine Hingebung zu beweisen der Religion und zu hüten den Weg zum Baume des Lebens!" Das ist in der That eine sehr beherzigungswerthe Mahnung! Das haben wir glücklicher Weise nicht nöthig, die Zweige zu beschneiden, fremde Reiser ihnen aufzupropfen, nach fremden Mustern die Religion umzumodeln und umzugestalten. Wir brauchen wahrlich nicht frisches Wasser und neuen Nahrungsstoff von Außen her dem Baume zuzuführen, der schon vor Jahrtausenden feste Wurzel auf Erden gefaßt und dessen Lebenssäfte bis auf den heutigen Tag nicht sind verdorrt. Wir können ihn getrost aus sich selbst heraus vermöge der Triebkraft, die der Herr von Anfang an in ihn gelegt, irt feiner ursprünglichen Eigenartigkeit sich weiter entwickeln und entfalten lassen; die Grundbedingungen zu seinem Gedeihen und Wachsthum sind in reicher Fülle in ihm selbst vorhanden und bebürfeu keiner Ergänzung und Verstärkung durch äußere Mittel. Damit ist aber keineswegs gesagt, daß wir Alles sich selbst überlassen könnten und gar nichts zu thun brauchten zu seiner Wahrung und Erhaltung. Eines liegt uns immer ob. ״ לשמור את דרך עץ החייםzu hüten den Weg zum Lebensbaum", daß nicht dichtes Gestrüpp ihn bedecke, der Anblick nicht gestört werde durch hägliche entstellende Eindrücke. Die Frucht an ihm, die können wir nicht verbessern und veredeln, aber sorgen sollen wir dafür, daß nicht dichter Staub sich um sie lege, ihre Pracht verhülle, ihren Glanz verdunkele. Ein erfrischender belebender Hauch soll das Ganze durchwehen, ein balsamischer Duft sich über den ganzen Garten verbreiten, daß Alles auf das Wohlthuendste berührt und die Herzen versetzt werden in eine feierliche, gehobene Stimmung. Und wie es vom Strom, der den Eden durchschnitt, heißt, er habe sich in vier Arme gespalten, so sollen auch wir den