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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 49 (sequence 62)
Language
German
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49 sind sie versammelt, die übrigen Bäuine und Sträucher, und neigen ihr Haupt vor ihm, um von ihm den Segen und die höhere Weihe zu empfangen. Gleich der Sonne, die ihr Licht spendet den sie umkreisenden Gestirnen, so soll auch die Religion der Mittelpunkt sein, der allein Anderen seinen Glanz und seine Beleuchtung verleiht. Und wie einst die Israeliten ״rings um die Stistshütte gelagert waren" סביב לאהל מעד יחנו, so sollen auch wir uns schaaren um das Heiligthum unserer Religion, den Urquell alles höheren Lebens. Welches aber sind die Aufgaben und Pflichten, die uns dieser Lebensbaum auferlegt? M. A. Können wir daran zweifeln, daß das Verhalten, welches dem Menschen Hinsichtlich des ganzen Gartens ist ciugeschärft worden, in ganz besonderen: Maaße zu beobachten ist in Bezug auf dessen vornehmstes Erzeugniß. ״Es nahni, so lesen wir einige Verse später, -Gott der Herr den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, um ihn zu bebauen und zu hüten." Also לעבדה ״ ולשמרהzu bebauen und zu hüten" — Das isi's! Merken wirs uns wohl, selbst ein Garten Eden, selbst ein Paradies, das auch ohne menschliche Mitwirkung die köstlichsten Blüthen und Blumen, die herlichsten Bäume und Pflanzen zu Tage sördert, muß bebaut und bearbeitet werden, wenn nicht um seiner selbst, so doch um des Menschen willen. Wir hören ja wohl in unseren Tagen oft genug die Klage, daß die Religion nicht mehr ihre alte Machtstellung in der Welt einnehme, daß sie für viele ihren Reiz und ihre Anziehungskraft eingebüßt, nicht mehr eine belebende Wirkung auf ihre Gemüther ausübe. Aber sollte wirklich sie dafür verantwortlich zu machen sein? Meinen wir in der That, daß wegen seines hohen Alters der Baun: seine Kräfte verloren, seine Blätter verwelkt, seine Zweige verdorrt, seine Früchte zusammengeschrumpft und -entstellt, daß die Religion mit ihren Einrich- Lungen unzeitgeniäß und veraltet ist? O nein, der Baum ist ja ein Baum ewigen Lebens, er steht noch jetzt in demselben Blätterschmuck, in derselben Farbenpracht, in derselben Segensfülle da, wie vor Jahrtausenden. Nur den Menschen trifft R a hmer, Israelitisches Pledigt-Magazin. V. Jhrg. I.H-ft. 4

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