Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616701-9617473-9617474--1448-9617496- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
14 siebenmal wohl dir, aber rühme dich dessen nicht! mächtiger ist des Geschickes Hand, mächtiger ist der Vorsehung Hauch; Wie rasch kreiset des.Glückes Nad, wie viel schneller als der Erde Axe, das Gefäß deines Glückes bricht und von seinen Splittern behältst du keinen einzigen. Blicket hinaus zum Himmel, der Mond kehret seine unbeleuchtete Scheibe der Erde zu, Menschen, dunkel ist die Zukunft und seien es lebendige oder tobte Güter, wer will, wer kann euch ihren ferneren Besitz verbürgen? Wer kann es dir sagen, m. Br., wie lange dir erhalten bleibt das Weib deiner Liebe, dir, m. Schw., der traute Gatte deines Jugendlebens? Wer weiß es, Kinder, wie lange wohl die Stützen eures Lebells euch gelassen werden und ihr euch sonnet im milden Glanze des Mutterauges, im feurigen Blicke des Vaterautlitzes? Was nützt es dir, o Menschenkind, wenn alle deine Räume mit Gold und Silber gefüllt sind und deine Wagen kein Ende nehmen? Was nützen sie dir, die Götzen aus Gold und Silber, die du dir geschaffen und vor denen du im Staube kriechst"? Dem Ehrgeiz hast du alles geopfert, dein Stolz zertrat deine Brüder und über die Ruinen zertrümmerter Herzen schrittest du voll Hochmuth einher! Die zweiten Töne heißen: זכרונות, Töne der Erinnerung, des Nachdenkens sind's'; denke daran, o Menschenkind, erinnere dich dessen: was bist du? was ist dein Leben? was deine Tugend? was deine Gerechtigkeit? שבדים ruft es, Bruch, Bruchstück alles nur! Und diese Töne, sie ׳ dringen namentlich zu dir hin, der du leichten Sinnes das Leben vertändelst und mit dem Morgen beginnest, um der Lust der Sinne nachzueilen; sie treten an dich heran, der du in wüsten Zechgelagen verschwendest des Herrn Gut, dein Leben, das er dir anvertraut; an dich, der du mit den Gesäßen des Heiligthunles leichten Scherz treibest und entiveihst des Menfchenthums gottgeweihten Tempel; an dich, der du des Herrn Namen lästerst, in deinem Uebermuthe ihm den Krieg kündigst und ihn von seinem Throne stürzen willst; ja sie dringt auch zu euch hin, ihr sel'enfesten Paläste, die ihr gebaut seid auf dem mit dem Blute des Armen gedüngten