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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 13

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 13 (sequence 26)
Language
German
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13 ihr Glücklichen, die der Herr reich gesegnet mit den Glücksgütern der Erde, die ihr aber nur der Freude lebet, und diese Freude in stetem Genießen, des Lebens Ziel und Beruf in dem Sinne Lust findet. ״Der Herr ist König"! so lautet der Ruf; ist er aber König, so seid ihr seine Diener, zu seinem Dienste berufen, seine Diener, nicht aber dürfet ihr Knechte eurer Begierden und Leidenschaften sein! Des Schofar Ruf wendet sich auch an euch, die ihr wohl die Arbeit hochhaltet, sie aber zum Götzen erhebet, vor dem ihr euch rastlos im Staube wälzet, die ihr, wie ein ehernes Maschinenrad unter den Lasten der Arbeit seufzet. ״Der Herr ist König! ihr sollt seine Diener, nicht aber Sklaven der Arbeit sein! Ja, der Schofar Ruf wendet sich, m. A., an Alle, auch an die, so sich sonnen im Glanze der Gegenwart und sich freuen an des Neichthums blendendem Schein, der einen ewigen Bund mit ihnen geschlossen zu haben scheint. Ihr steht in einer heitern Gegenwart, rüstige Arme schaffen im Werke der Zeit, in allen Räumen offenbart sich ein frischer Geist der Thätigkeit; da ist ein ewiges Hämmern und Pochen, Jagen und Nennen, als gälte es für die Ewigkeit zu wirken. Und doch, wer kann, wer will euch sagen, was der Zukunft dichter Schleier umhüllet, was in der Zeiten Grund wohl schlumwert? Horch! שברים! tönt es dumpf und hohl dir entgegen, gebrochen und stoßweise entringt der Ruf dem Schosar sich, und in diesem Tone vernimmst du die Hohlheit deines Rennens und Jagens, deiner Lust und deiner Schätze. שברים, Bruch, Brüche! Bruchstück nur ist, worauf du sinnest und was du erjagest; was dich freut, es kann zerstieben, und was dich ergötzet, Scherben sind es, die im nächsten Augenblicke weithin auseinanderfallen können. Du bist stark, mein Bruder, und dein Arm vermag Berge zu ebenen, Strömen ein neues Bett zu ebenen, der Elemente Macht sich dienstbar zu machen; du bist weise, m. Br., und dein Geist dringt in die Höhe und beschreibt der Gestirne Lauf und erforscht die Tiefe und ihre Geheimnisse und ersinnt Neues, Ungeahntes, wohl.

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