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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-08-01 · 11-12 (8.1876) August-September · p. [Seite 44]

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
11-12 (8.1876) August-September
Date
1876-08-01
Page
[Seite 44] (sequence 44)
Language
German
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346 Vorwänden die Glaubensgenossen der echtjüdischen Gedanken- und Gefühlswelt zu entfremden, werden wirkungslos. Auch für uns gilt daher als oberster Grundsatz 'אחרי ה ״ אלהיכם תלכוAlle haben als Gesammtheit dem Glauben an Gott nachzugehen ואתו תיראו und ihn in derselben Weise, wie es unsere Väter gethan, ehrzufürchten". Indem wir Gottes Namen unter allen Verhältnissen heiligen, legen wir ein Zeugniß ab von der Er^ habenheit unserer Pflichten, die wir übernommen und bethätigen. Doch nicht durch Unduldsamkeit und ins Elendstürzen anders Denkender und Gläubiger, wie es zur Schande der Menschheit noch heutzutage im Osten Europa's geschieht, sondern indem wir würdig leben upd für den Bestand des Judenthums mit Glaubensstärke, Ueberzeugungstreue und Friedensliebe einstehen. Indem wir der Menschheit zeigen und beweisen, wie das Band unserer religiösen Gemeinschaft nicht, gelöst werden kann durch einige schlecht berathene und übelwollende salsche Propheten, Zeiten- und Zeichendeuter, wie wir mit einem Muthe, dem kein Opfer zu viel ist, unbeirrt der größten Hingebung getreu unseren für alle Zeiten heiligen religiösen Pflichten fähig sind. II. ' M. A. Reinen Glauben, der auf innere Ueberzeugung fußt, Hand in Hand mit der Heiligung Gottes durch opferwillige Hingebung, haben wir als erste Pflicht des Judenthums, als Aufgabe der Gesammtheit und der Gemeinde hingestellt. Jedoch ist damit der religiöse Schatz, den das Judenthum in sich wahrt, erschöpft? Nein. Der vernünftige Glaube, die innere Ueberzeugung, die Friedensliebe, die Opferwilligkeit an sich sind leer ohne Kraft und Bedeutung, wenn sie nicht das religöseHandeln, die sittliche That unzertrennlich begleitet und verkörpert. Wir finden daher nicht in der h. Schrift, wer das oder jenes glaubt, erfüllt das Gebot Gottes, oder wer es nicht glaubt, Hanbeit ihm zuwider; sondern immer heißt es nur: dieses thue und übe, jenes thue nicht. Also nicht der Glaube allein, nicht die in׳ nere Anerkennung der Wahrheit allein, sondern die aus solchen Gefinnungen und Gefühlen entsprungenen religiösen Thaten und Werke bilden den Kern des Judenthums. כל המצות מברך עליהן עוכר ״ לעשייתןBei allen Geboten haben wir Gott erst dann zu preisen,

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