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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-07-01 · 10 (7.1876) · p. Seite 278

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
10 (7.1876)
Date
1876-07-01
Page
Seite 278 (sequence 12)
Language
German
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278 der Gesetze gelehrt und verstanden wird, wozu dieses noch durch äußere Zeichen und Gebräuche zum Bewußtsein bringen. Ällein, m. A., wird wohl diese Anschauung theilen können ein Mensch von Gemüth, ein Mann, in dessen Innern die Gottesflamme heiliger Begeisterung lodert? Blicken wir auf unsere Vorfahren zurück. ״Israel sang." Wollen wir auch da fragen: Wozu brauchte es erst zu erzählen von den unvergleichlichen Diensten, welche ihnen der Brunnen geleistet; es war ja schon ohnedies im ganzen Lande bekannt, und es war doch wohl genug, Alles zu denken und zu empfinden, aber nicht nöthig, es in Worte zu kleiden? — Allein, jeder Verständige weiß es, wenn das Herz von einem Gedanken erfüllt ist, so kann es nicht die Gefühle in sich zurückhalten, sondern diese drängen gewaltsam nach Außen und suchen eine faßbare Form und eine greifbare Gestalt. Und nur denen, in welchen dem denkenden Verstände sich ein tief empfindendes Gemüth zugesellt hat, nur diesen wird sich die ganze reiche Segensfülle der Religion erschließen, wie ja auch diejenigen, welchen sich die Herrlichkeit Gottes enthüllt hat, nicht bloß Denker und Forscher, sondern vor Allem Männer gewesen, durchdrungen vom ״ ׳דוה ד,קדשvon heiliger Begeisterung". Ihnen wird jedes Gebot sein eine שירה, ein Gesang; es wird ihnen umstrahlt sein von einem dichterischen Glanze und sie aus dem Niedrigen und Nichtigen emporheben in ein höheres beglückendes und beseeligendes Reich. Und darum haben auch unsre Weisen besonders aufgezählt und mit besonderem Nachdrucke alle Momente gefeiert, in denen sich Israel auf den Schwingen eines begeisterten Gesanges zu seinem Gotte erhob; ein jeder Gesang galt ihnen nicht als bloßes Wort, sondern als eine bedeutungsvolle That, in der der Geist der Religion seine höchsten Triumphe gefeiert. Diese Begeisterung aber, m. A., sie muß sich Allen mittheilen. Allen in gleicher Weise eigen werden. Es heißt nicht: ״Es sang Mose"; nicht er allein, auch nicht er mit den Priestern und Aeltesten allein haben einen Gesang angestimmt. Wir lesen auch hier nicht einmal wie an einem andern Orte: ״Es sang Mose und die Kinder Israel"; die heilige Schrift hat selbst den größten Propheten in Israel aus der Gesammtheit des Volkes nicht herausgehoben, seine Persönlichkeit unter der großen Zahl der Uebrigen nicht kenntlicher gemacht und deutlicher hervortreten lassen- Nein ״ אז ישיר ישראלganz Israel sang", alle in gleichem Maße, und so

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