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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-05-01 · 8-9 (5.1876) Mai-Juni · p. Seite 260

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
8-9 (5.1876) Mai-Juni
Date
1876-05-01
Page
Seite 260 (sequence 48)
Language
German
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260 ein Grenzberg, der an der Grenzscheide zweier entgegengesetzten Welt, anschammgen sich erhebt. Vergeblich suchet Ihr ihn zil umgehen . vergeblich mühet Ihr Euch ab, auf Seiten- und Umwegen das Ziel Eurer Sehnsucht zu erreichen; denn dieser Berg hat nur einen? Paß, und der führt 'zur steilen Höhe hinan. Habet Ihr, m. A., jj die Kraft und den Muth, diese Höhe zu erklimmen, nun, so nehmet Kaleb, den Sohn Jephune's, zu Eurem Führer, vertraut Euch sei- ® net Leitung an, stellet Euch auf seinen Standpunkt, machet seine 11 Ansicht zu der Eurigen, und Ihr werdet mit einem Male an der! Pforte des gelobten Landes stehen. Achtet doch nur ganz genau darauf, was dieser Kaleb dem murrenden Volke gesagt, womit er ' die gereizte Menge zu beschwichtigen gesucht. 1; אם חפץ בנו ה' והביא ״ אותנו אל הארץ הזאת ונתנה לנוman der Ewige an uns Gefallen findet, so wird er uns bringen in dieses Land und es uns geben. 1 ״Wenn der Ewige an uns Gefallen findet", das, m. A., ist die Höhe, ' zu welcher unser Denken sich emporschwingen muß, wenn unsere , 1 Seele einen Ausblick gewinnen soll in jenes Gebiet, auf welchem sie ihren göttlichen Ursprung bewähren und bethätigen kann. ״Wenn der Ewige an uns Gefallen findet", das ist die einzige, die uner-; läßliche Bedingung, unter welchen wir jenen Boden betreten dürfen, auf dem die Sehnsucht unseres Herzens Befriedigung findet. ״Wenn der Ewige an uns Gefallen findet", das ist der leitende Gedanke,; der uns in das Land der Verheißung hinüberzuführen vermag. Ja, m. A., soll uns die Erde nicht blos solche Freuden bieten, die unser Herz für einige Augenblicke betäuben, um es nachher desto öder und wüster zu machen, sollen wir, ohne uns jemals gesammelt zu haben, nicht immer wieder und wieder nach Zerstreuung Haschen, sollen wir am Dasein wirklich Gefallen finden, so müssen wir vorerst dafür sorgen, daß Gott an unserem Denken und Sinnen, an unserem Fühlen und Empfinden seine Freude habe, müssen wir derart leben, daß unsere Thaten und Handlungen gott- und menschengefällige seien. Den Menschen zu gefallen, das freilich fällt uns nicht schwer. Wir sind ja formgewandt, wir lassen uns ja auf Wegen und Stegen, im Hause und auf der Straße, bei kleinen wie bei großen Zusammenkünften, überall wo fremde Augen auf uns ruhen, vom sogenannten Anstand leiten; wir huldigen ja den Formen, welche der gute, der vornehme Ton als Gesetze vorschreibt wir sind ja wählerisch im Ausdruck, wir legen die Worte auf die

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