Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 8-9 (5.1876) Mai-Juni
- Date
- 1876-05-01
- Page
- Seite 234 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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234 An unserem schönen Feste, m. A., besten Feier wir mit dem heutigen Tag beschließen, hören die Symbole der Freude und des Jubels gar nicht auf. Von Anfang bis zu Ende nur immer Freude und nichts als Freude. Wein und Gesang! Sind das nicht die Symbole innerer Freudigkeit, innerer Zufriedenheit und Glückseligkeit! Nun an beiden fehlt es uns am Peßachfest nicht.. . Eingeleitet wird das Fest mit ארבע כופות, mit Wein und abermals Wein, der, wie die Schrift sagt, ״das Herz des Menschen erfreut", und beschlossen wird das Fest mit der ,עיירה׳" mit Lied und Gesang, mit Jubel und Jauchzen. ״Ich will fingen dem Ewigen, denn hocherhaben ist er!" Wie gesagt, Wein und Gesang, Freude und Jubel, bilden den Grund- und Eckstein des ganzen Festes. Und wie sollte, wie könnte es auch anders sein! Wir werden am Peßach erinnert an jene goldene Zeit, wo wir der höchsten und edelsten Güter der Menschheit theilhaftig geworden, wo Gott uns ״die Knechtschaft in Freiheit, Finsterniß in Licht, Kummer in Freude umgewandelt" —, sollten wir uns da nicht freuen, nicht froh und freudig gestimmt sein! "ושמחת בחגך" sagt die Thora, ״freue dich, Israel, an deinem Feste" (5. B. M. 16, 14), und jede Freude, jede Aeußerung der Freude ist vollkommen berechtigt. . . . Hat aber, M. A., das Peßachfest trotzdem nicht auch seine e r n st e Seite, Nichts, was den Frohsinn und die Heiterkeit für einen Augenblick verscheuchen, und uns zum Ernst, zum ernsten Nachdenken stimmen könnte! Erscheimt Euch der Himmel an diesem Feste "כעצם השמים?*טהר" vollkommen klar und heiter, erblicket ihr nicht hie unb da auch eine Wolke, die die Klarheit und Reinheit desselben trübt und verdunkelt! Das Peßachfest erzählt uns, daß ein ganzes großes Volk den Wermuthskelch des Unglücks bis zur Neige lehren mußte, daß Hunderttausende von Menschen alle Qual und alle Pein, alles Elend und allen Jammer, alle Strafe und alle Züchtigung über sich Hereinbrechen gesehen und endlich in der furchtbarsten^ grauenhaftesten Weise zu Grunde gegangen, ״hinabgesunken in die Tiefe", ירדו במצלות כמו אק. Muß uns diese einzige Thatsache schon nicht zum Ernst, ja zur Wemuth stimmen! Können, dürfen wir ein solch erschütterndes, beispielloses Unglück ohne jede Theilnahme an uns vorüberziehen lasten! ״Als die Egypter — sagte u. a. L. —