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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-05-01 · 8-9 (5.1876) Mai-Juni · p. Seite 226

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
8-9 (5.1876) Mai-Juni
Date
1876-05-01
Page
Seite 226 (sequence 14)
Language
German
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-- 226 — der Menschheit zu offenbaren. Jahrhunderte und Jahrtausende gingen vorüber, und Gott schwieg und offenbarte sich nicht, weil der Boden der Menschheit noch nicht fähig gewesen, die göttliche Saat in sich aufzunehmen; erst nachdem die Jahrhunderte und Jahrtausende diesen Boden allmälig durchfurcht und urbar gemacht, erst nachdem die Zeit die zur göttlichen Offenbarung nothwendige Höhe erreicht, da — ״. — וירה ה על ההרda ließ sich auch Gott herab auf diesen Berg, auf diese Höhe וידבר את כל ההברים האלה .und theilte der Menschheit die zehn die Welt durchleuchtenden Worte mit" —. Deshalb beginnt die Thorah nicht gleich mit den zehn Geboten, deshalb schildert sie uns erst, was vorgegangen nüt Abrahaur, Isaak und Jakob — was geschehen mit Joseph und Israel in Egypten, wie Israel durch Pharao bedrückt und durch Moscheh erlöst u. s. w. . . . ״Sehet an," sagt das Judenthum, das Alles hat sich so zugetragen, so gebildet und gestaltet im Verlaufe der Zeit, die Menschen wurden vor: den Verhältnissen gedrängt und getrieben, die Noth war groß, ״ ויזעקו ותעל שועתםda schrieen sie auf, und ihr Geschrei stieg auf zu Gott," die Rettung war wunderbar ויאמינו ב״ה״" und sie glaubten an eine unsichtbare Macht, die über der Menschheit thront. Nun war die Höhe der Zeit erreicht, und Israel stand aus der Höhe der Zeit, da — זמן היה שתנתן תורה — war auch die rechte Zeit gekommen, Israel die Pforte der Wahrheit zu erschließen, es ins Heiligthum der Gottheit einzusühren- Und diese Religion, die so offen und klar, so natürlich und verständlich zu uns spricht, diese Religion, die gereift und gewachsen am Lebensbaum der Zeit, die entstanden und hervorgegangen aus den Verhältnissen und Bedürfnissen der Zeit, sie wäre eine Tyranniu der Zeit, eine Feindin des Fortschritts, ein Hemmschuh menschlicher Entwickelung und Entfaltung! II. Saget an, m. A.! ist denn das Judenthum selber nicht der größte, der riesigste Fortschritt, den je die Menschheit auf dem Gebiete der Bildung und Gesittung gemacht! Saget an, ist Alles, was der Fortschritt in unserer unstreitig großen Zeit geschaffen und geleistet, so viel Anerkennung und Bewunderung wir auch für diese Leistungen haben mögen, ist der Fortschritt unserer Zeit dem jener

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