Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 6-7 (3.1876) März-April
- Date
- 1876-03-01
- Page
- Seite 182 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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182 ist der Grund für Eure Liebesthat, die so weit geht, daß sie fast ein Knechtesleben scheint, daß Euer größter Mann die höchste Ehre erhielt, indem ihn Gott seinen ״treuen Diener" nannte? עבד נאמן קראת לו כליל תפארת בראשו נתת? Die Antwort liegt nahe, m. Th. Wer Liebe spendet, hat auch Anrecht auf Liebe, wer wunderbar und vor den Augen aller Welt seine volle Gnade bekundet, der erwirbt sich ein unveräußerliches Anrecht auf eine Liebe, die ihn wiederum vor allen Andern auszeichnet und erhebt, die ein Erguß des ganzen Herzens ist. אשר פסח את בתי בני ישראל במצריים Wir lieben den Gott, der in Egypten, vor den Augen des mächtigen, stolzen und herrschsüchtigen, eitlen uitb verblendeten, harten und grausamen Volkes, seines Königs und seiner Fürsten, seiner Räthe und seiner Gelehrten, seiner Künstler, seiner Feldherren die Häuser derer v erschonte, deren Schutz die Liebe und Hingebung ihres Ahns Israel- Jakob war, die eingedenk ihrer Ahnengröße, ihrer Vätertugend, eingedenk der Geistesthaten und Glaubenskämpfe, welche jene in ihren Familien ausgeführt und durchgestritten, eingedenk der väterlichen Hoffnung und Verheißung, ihre Häuser mit dem Bundeszeichen weihten, das die blutige Besiegelung der Liebe war, die Gott und Volk mit einander verbinden sollte. Wir lieben den Gott, welcher seine Wund er kraft bewies, daß er dem Verderben Einhalt gebot, wo ein frommes jüdisches Haus seine Pfosten Gott geweiht hatte. Und ist nicht groß die Fülle aller der Thatsachen, der Worte, durch die Gott gerade Israel seine alles überwältigende Liebe bezeugte? Man rühmt von Freundesseite, man bekämpft von Feindesseite den jüdischen Kopf mit seinem Scharfsinn, seinem idealen Blick, seinem weitsehenden Auge, seinen: Geschick, auch den verworrensten Knäul zu lösen, in der trostlosesten Lage neue Aussichten zu eröffnen, den jüdischen Kopf mit seinem genialen Aufschwung, seinem Wissenschaftlichen Drange und Blick, wem dankst du dieses Geschenk, das dich vor allen Völkern auszeichnet? Der jüdische Mund בהם בפיתם mit seiner gewaltigen Redekraft, mit seiner hinreißenden Macht, mit seiner Furchtlosigkeit und unerschrockenen Kühnheit, mit seiner Schlagfertigkeit und Geschwilldigkeit, der bald lockend, bald drohend, bald schmeichelnd, bald rügend, bald tröstend, bald niederschmetternd, bald geschmeidig, bald stachelig, bald sanft, bald geharnischt die Rede gebraucht wie ein Instrument, das alle Tonarten wiederspielt. Wem