Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 6-7 (3.1876) März-April
- Date
- 1876-03-01
- Page
- Seite 173 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616701-9617075-9617245--0526-9617262- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
173 HeiligthM Ae Heiligder menfdj, sie besieh! in unferem Eiang stehe als sittliche -iligkeit unl, daß sie rr Erfchei- Hum embewahren, ", sie darf in müßiger der Emdie Tiefe h die That ht in übererschöpfen, llt ihr als ״Meinen vor mei-; Wechselein Heiem Leben eindlirfprüchen in siürr das zu Alltagseuch abn sie die ihr auch : m Legt Gesetze, euch zung euch! dem Dienst des Heiligthums zu widneen. ״Meine Satzungen gab ich ihnen, so kündet der Prophet, und mein Rechte that ich ihnen kund, die der Mensch thue, daß er durch sie lebe". Ja, die Satzungen und Rechte, die der Herr uns kund gethan, sie find weit davon entfernt, mrs den Genuß des Lebens zu verleiden. וחי בהם Es soll der Mensch vielmehr durch ihre Beobachtung im wahren Genuß des Lebens gefördert werden. Denn eine höhere Auffassung des Lebens soll sich durch sie in unserer Brust erzeugen, eine Auffassung, durch welche unser Leben uns selber werthvoller erscheint. Indem wir uns dem Dienste des Heiligthumes widmen, indem wir unser irdisches Thun durch heiligende Formen weihen, wird unser Leben vergeistigt und verklärt, wir ringen uns empor zu der Vollendung, nach der zu streben der Mensch berufen ist. Ein Fremdling, so bemerkt ein alter Lehrer des Judenthums, ist der Geist des Menschen in dieser Welt des Erdenlebens. Aus lichten Himmelshöhen hat der Gott der Geister ihn herniedergesandt auf diese Erde, daß er den Menschen für den Himmel zu gewinnen suche. Doch durch seine irdischen Triebe wird der Mensch gekettet an die Erde, und alle irdischen Gewalten vereinigten sich, um ihn der Erde zu erhalten. Wie soll der Geist für sich allein den Widerstand all' dieser Mächte brechen? Da sendet der Himmel die gottentsprungene Lehre dem Geiste zu Hülfe auf die Erde. Die Lehre, sie umgiebt das Leben wie mit einen: Wall, und so gelingt es dem Geist, durch ihre Hülfe den Menschen für den Himmel zu gewinnen und das Leben dem Dienst des Heiligthums zu weihen. So möge denn, meine Andächtigen, die Ehrfurcht vor dem Heiligthume, im rechten Geist erfaßt, auch unsere Brust erfüllen und nie aus unserer Seele schwinden! Laßt uns durch einen gottgefälli'gen Wandel in unserer Mitte ein Heiligthum errichten, in das wir uns vor des Lebens Roth und Mühsal flüchten können. Ein sabbathlicher Friede möge über unser Leben sich verbreiteil nnb unseren Lebensmuth erhöhen, auf daß wir unverdrossen des Lebens Arbeit und des Lebens Heiligung unsere Kräfte weihen heut' und immerdar. A m e n. Rahmers Israelitisches Predigt Magazin. März 1876. 12