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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-03-01 · 6-7 (3.1876) März-April · p. Seite 159

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
6-7 (3.1876) März-April
Date
1876-03-01
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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159 ׳Dein W עליהם אל 't du ihnen ^gnet es , klagen sie ׳ l> Verhält: ׳ meisterhaft «eck hätte, 5 m Gott zu ז ־' ZU zück- MJchden här-!sten und llacht ge- Unglück jüdischen und er- -deine und degequält!hnstzen Schmach nrechte, heilt-;enblick . n>. nur langsam, schwach, gleichsam tropfenweise; man hat die Juden nicht mehr erschlagen, sie nicht mehr von ihren Wohnsitzen vertrieden, Hohn und Spott nahmen auch ab, und sie hätten leidlich leben können. Israel war aber nicht zufrieden. ״Ribbono schel 01amu sprachen sie wieder, ״nicht um solchen Regen haben wir gefleht, das ist nicht die Freiheit, die wir gemeint. Unter solchen Verhältnissen können wir noch immer nicht unsere Pflichteü als Israeliten erfüllen, unsere Religion in ihrer ganzen Schönheit unb Herrlichkeit erglänzen und erstrahlen lassen. Wir müssen vollständige Freiheit und Gleichberechtigung haben, müssen Würden, Titel, Aemter, Stellung wie die übrigen Völker haben, eine solche Freiheit gieb uns, und die ganze Menschheit soll darüber erstaunen, was für ein Judenthum es dann geben, was für "״ "עם קרושwahrhaft heiliges Volk" du an uns haben wirst? — Und Gott hat wirklich Israel zum zweiten Male erhört, hat ihnen einen Regen von Freiheit bescheert, einen Regen, wo jeder Tropfen ein ganzes Faß von Orden und Titeln, von Würden und Aemtern über Israel ausgeschüttet, so daß uns kaum etwas zu wünsche:: übrig geblieben .... Und wie sieht es mit dem Versprechen Israels aus! mit der Förderung des Judenthums! mit der Heiligung des göttlichen Namens!! "ר׳ב׳ש׳ע׳!" sagt das heutige Israel, wir sind heute Barone, Offiziere, Beamten, Abgeordnete u. s. w., wie kannst du von uns verlangen, daß wir deine Thorah hüten, deine Religion üben und heilig halten! Ja, früher, als wir noch unter Druck und Elend gelebt, da konnten wir dir dienen und die gebührende Ehrfurcht erweisen, aber heute, in unserer Stellung, wie können wir Sabbath halten, Tefilin legen, Thorah lernen und Gotteshaus besuchen! Unsere Freiheit läßt uns zu Religion weder Zeit noch Raum. Wir können keine Juden sein, wie du es wünschst, du mußt dich begnügen, wenn wir einmal, zweimal im Jahre dir für deine Güte und Gnade danken können. So bewährt sich wieder am heutigen Israel das Wort jenes frommen Lehrers: ״Dein Volk Israel erträgt weder viel Glück noch viel Unglück, weder viel Gutes noch viel Böses; zürnst du wider sie, können sie nicht bestehen, spendest du ihnen Glück, Segen — können sie auch nicht bestehen." Läßt Gott Israel in Druck und Elend, in Knechtschaft und Verfolgung leben, dann rufen sie: ״Wie können wir dir mit ganzem Herzen und ganzer Seele dienen, wenn wir unter solch' harten, unerträglichen Verhält-

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