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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-11-01 · 2 (11.1875) · p. Seite 60

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
2 (11.1875)
Date
1875-11-01
Page
Seite 60 (sequence 28)
Language
German
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״־ 60 des Spruches: ״Wirf auf Gott dein Anliegen, er wird dich ernähren?" (Pf. 55, 23.) So fei euer Herz ganz mit Gott in Liebe gegen ihn und gegen eure Mitmenfchen. 3) Und auch das Laubhüttenfest, ״ זמן שמחתניdie Zeit unsrer Freude", ist nun vorüber. שמחה Freude, שמחות ״viele Freuden", wer wünscht nicht solche zu erleben, wer sehnt sich nicht danach? Und wenn wir am שח״חמ Festsabbath wieder im Buche Koheleth gelesen haben, Cap. 5, 17: ״Siehe, das habe ich gut und schön befunden, daß der Mensch vergnügt sei und seines Lebens froh werde in den wenigen, flüchtigen uub mühseligen Tagen seines Erdendaseins" — wer hat da nicht beigestimmt, wer unterschreibt und besiegelt nicht biefeu Ausspruch? Aber auf das Ueberzeugendste und Zwingendste hat ja attch der ״Prediger" dargechan, daß alle die Freude eine Thorheit ist und alle die Lust eitel, die nicht in Gott wurzelt und Gottesfurcht vor Augen hat. Das sangen denn auch die Frommen im Tempel an diesem Feste אם אני כאן הכל כאן ״wenn Gott hier ist, ist alles hier". Gewiß, wenn wir Gott haben, wenn er bei uns ist, in unserm Herzen, in uuserm Gedanken, Gott bei unfern Freuden, bei unfern häuslichen, verwandtschaftlichen, gefettigen Lebensgenüssen, dann fehlt zum Glücke, zur Zufriedenheit, zur Befeeligung des Menschen nichts. Hat er aber Gott dabei nicht, אם אין אני כאן מי כאן׳ was hat er dann, was bleibt ihm dann? —-־ Wenn die Eltern und die Kinder, nach unserm Gleichnisse, in Freuden versammelt sind, worin wird ihr Vergnügen bestehn? In Lustbarkeiten und Zerstreuungen, in Aufwand und Zeitvertreib, in kostbaren Speisen, aus gesuchten Getränken? Wahrlich, ich brauche es keinem zu sagen, worin die Herzensfreude besteht, wenn Kinder im Elternhause zur guten Stunde vereinigt sind; noch welliger sind Worte im Stande, die Freude in Gott zu schildern. — ״So bleibe euer Herz ganz mit Gott", ruft uns das Schlußsest zu. Der Winter naht, die Freuden ״des Lebens, des Daseins Genuß, sie werden geringer, Noth und Sorgen häufen sich, so sagen die Einen; sie beginnen jetzt wieder die glänzenden rauschenden Lustbarkeiten und Zerstreuungen des geselligen Lebens, die Kunstgenüsse, so sagen die Andern. Wie jeder von euch es vorempftndet? ich weiß es nicht. Aber euer Herz bleibe ganz mit Gott, dann werden die Einen nicht das Vertrauen, die Andern werden!licht sich selber verlieren.

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