Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 1 (10.1875)
- Date
- 1875-10-01
- Page
- [Seite 26] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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525*י*י, — 26 — «מ schändet. Diese Sündennatur zu tilgen, diese;: Makel auszulöschen, ist der Mensch selbst berufen. Aber eines bedarf er bei diesem Werke, nach einem sehnt er sich, und das ist die höchste Liebe, die ihm erwiesen werden kann. Er will nicht gern erinnert sein an die Schmach, die er selbst sich zugefügt, er will das Gedächtniß tilgen an seine Röthe und vergessen machen das beschämende Fehlen. Aber wer, m. And., soll das vergessen niachen, was in ein edles Herz mit dem spitzen Griffel des Bewußtseins tief eingegraben ist, wer soll die Flammenschrift des Seelenbuches löschen? Kann ein Mensch, und wäre es der beste Freund, und wäre es ein Vater mit seiner Fülle von Erbarmen oder eine Mutter mit dem Reichthum ihrer Liebe, oder selbst ein großer Lehrer mit der Tiefe seines großen Herzens, kann einer von diesen diesen Scheinen vernichten, welchen das rege Bewußtsein des Sünders in dem Andenken an die eigene That sich schafft? Sie können ihn nicht bannen, denn die Krone, die man zerbrochen, kommt nicht von ihnen, das Bild, das man entehrt, ist nicht ihr Abbild, der ewig reine Spiegel, in den wir sehen und unfern Seelenfleck erkennen, ist selbst in ihnen nicht, dem Menschen fehlt die Bannformel, um die Seele vergessen zu lassen den brennenden Schmerz des Sündenbewußtseins. Oder sollte gar die Zeit allein, das heißt die Ablenkung der Seele durch andere Gebilde, die Gedankenlosigkeit, das Denken heilen, — das sich vergessen machen ein sich gesunden machen sein? Nein, meine Theuren, die Menschenseele ist ein Himnlelskind, und sie kann sich nur heilen, wenn ihr Himmelsspiegel die Flecken liebevoll überstrahlt, nicht wann sie in einen trüben Erdenspiegel sieht. Die Seele kann vergessen, wenn Gott ihren Fall vergißt, die Seele kann sich erheben, wenn Gott ihren Sturz nicht erwähnt, wann er ihr wiedergibt das Selbstvertrauen, wann er den Mangel mit seiner Gnade füllt, den Fleck mit seiner Quelle abspült, '״ מקרה ישראל הIsraels Reinigungsquell ist Gott!" Wisset, m. Th., vor wem Ihr Euch reinigt und wer allein Euch reinigt: Gott mit seiner Liebe. Und seht, m. Th., der Prophet, der den Gott der Liebe zu feinem Lehrer hatte, er erhält die Trostesbotschast: וחטאתיך לא ״ אזכרUnd Deiner Verirrungen will ich nicht mehr gedenken!" Seht, so weit reicht die göttliche Liebe, so weit ihre Heilighaltung des Menschen, daß Gott selbst den Menschen nicht kränken will durch Erinnerung an seine beschämende Vergangenheit, soweit reicht die