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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-10-01 · 1 (10.1875) · p. [Seite 6]

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
1 (10.1875)
Date
1875-10-01
Page
[Seite 6] (sequence 6)
Language
German
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6 ״ לא עזב ישאלוני משפטי צדק קרבת ^הים יחפצוןRufe mit lauter Kehle und halte nicht ein, wie eine Posaune erhebe Deine Stimme und verkünde meinem Volke seine Missethat und dem Hause Jakob's seine Sünden; auf daß sie mich suchen Tag für Tag und die Erkenntniß meiner Wege begehren; gleich dem Volke, das das Rechte gethan und die Vorschrift seines Gottes nicht verlassen; auf daß sie fragen nach den Vorschriften des Rechten und die Nähe Gottes begehren." Diesen Worten zu lauschen und sie in ihrer ganzen Tiefe zu erfassen, das ist die heilige Pflicht, die in dieser weihevollen Stunde an uns herantritt; diese Worte wollen wir denn auch, m. A., zu verstehen suchen, damit uns der Neujahrsgedanke unserer Religion erleuchte und erwärme, damit er uns läutere und erhebe. I. קרא בגרה תחשוך בשיפר הרם קולך והגד לעמי־ פשעם ״ ולבית יעקב חטאתםRuse mit lauter Kehle, halte nicht ein, wie eine Posaune, erhebe Deine Stimme und verkünde meinem Volke seine Missethat und dem Hause Jakobs seine Sünden." M. A.! Der nach innen gewendete Blick, die Selbstprüsung, der wir uns heute unterziehen, sie zeigen uns klar uub unzweideutig, wie gering des Menschen Kraft, wie unbedeutend seine Leistungsfähigkeit, wie nicht ausreichend sein Wille. Haben wir doch vor Jahresfrist mit den besten Vorsätzen im Herzen einen Lebenspfad zu wandeln gehofft, aus dem reine Lust uub ungetrübte Freude unser harren, einen Weg, den der Gedanke an Gott ebnet und bahnt, einen Weg, auf dem Sünde und Fehl, die Steine des Anstoßes nicht zu finden sind; war es doch unser unerschütterlicher Wille, Trotz zu bieten allen Hindernissen, die uns hemmend entgegentreten könnten auf diesem Wege zum wahren Heil, und wenn wir uns heute die Frage vorlegen, wie die gefaßten Vorsätze sich bewährt, wenn wir uns fragen, ob wir uns unverbrüchlich Treue gehalten haben, und wenn wir aus diese Fragen beschäntt und verneint antworten — da regt sich in unserer Brust ein Gffühl der Zerknirsching, da begreifen wir die Ohnmacht unseres menschlichen Wesens, da schallt uns aus der eigneu Brust entgegen der Ruf וישח אדם וישפל איש רעיני גבהים ״ תשפלנהgebeugt wird der Mensch und demüthig der Mann, und die fftolzen Blicke, sie. senken sich scheu", da werden wir inne, daß wir nicht immer als Menschen und als Männer gehandelt haben,

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